Die Frage nach der Aktualität von Seelsorge wurde im ersten Themenabend der neuen Veranstaltungsreihe „DIALOG“ im Bezirk Minden von vielen Seiten beleuchtet.
Die Bezirksleitung hatte zu dieser Veranstaltung am 27. Februar 2025 in die Kirche Minden eingeladen. Bezirksvorsteher Priester Oliver Rütten freute sich über das rege Interesse und hieß als Moderator des Abends alle herzlich willkommen; die, die in der Kirche daran teilnahmen und die, die via Telefon- oder Videoübertragung von zuhause aus zuschauten.
Apostelversammlung legt den Fokus auf Seelsorge
Zu Beginn stellte der Bezirksvorsteher ein Ergebnis der letzten Strategieklausur der zweitägigen Apostelversammlung aus Januar 2025 vor: „Wo setzen wir künftig Schwerpunkte in der kirchlichen Arbeit? Was ist unser innerer Kern und biblischer Auftrag – und welche Aufgaben müssen möglicherweise zurücktreten?" Das einstimmige Fazit des Apostelkollegiums: „Unser Fokus liegt mehr denn je auf der Seelsorge. Die Wiederkunft Jesu Christi und die Vorbereitung darauf bleiben unser oberstes Ziel.“ „Was für eine schöne Konformität in Bezug auf den heutigen DIALOG-Abend“, freute sich der Bezirksleiter.
Kirchenmitglieder berichten von Seelsorge-Erfahrungen in Umfrage
Fünf Wochen lang waren die Gemeindemitglieder im Kirchenbezirk gebeten, von ihren Erfahrungen und Erwartungen zur Seelsorge im Rahmen einer Umfrage zu berichten. Die Umfrage fand anonym und online statt.
Priester Rütten erläuterte, dass 152 Gemeindemitglieder diese Möglichkeit nutzten, davon auch viele Amtsträgerinnen und Amtsträger, die sich in den Gemeinden ehrenamtlich engagieren und so auch aus der Sicht der Seelsorgenden berichten konnten. Die Rücklaufquote von knapp 20 Prozent machte deutlich, dass das Thema inhaltlich bewegt und die Ergebnisse repräsentativ sind.
Geistliche und Gemeindemitglieder im Podiumsgespräch
Apostel Carsten Denker, Gemeindevorsteher Priester Jürgen Borgmann, Bezirksevangelist i.R. Peter Bachler, Priester Dirk Jahnke aus Bad Eilsen und Christiane Pachur, Öffentlichkeitsbeauftragte im Bezirk standen im Podiumsgespräch Rede und Antwort. Im zweiten Teil der Abendveranstaltung stellte Priester Rütten Teilergebnisse der Umfrage vor. Wie können die Aussagen verstanden werden, wie können Seelsorgende und Gemeindemitglieder mit der einen und anderen Situation zurechtkommen? Das Podiumsgespräch bot Gelegenheit zur Aussprache.
Strukturveränderungen in den Gemeinden wären eine mögliche Antwort auf die Frage, ob die Gläubigen ihren zuständigen Seelsorger kennen. „Wenn du es nicht weißt, liebe Glaubensschwester, lieber Glaubensbruder, dann frag doch einfach nach“, so die ermutigende Antwort des Apostels. Er appellierte auch an die Nachhaltigkeit von Seelsorgegesprächen. So ist die Nachfrage nach einem Gespräch, in welcher Form auch immer, wichtig. Dies zeige ein wirkliches Interesse, so der Appell des Apostels an die Seelsorgerinnen und Seelsorger.
Weitere Facetten zum Thema „Seelsorger nicht bekannt“ wurden von Peter Bachler beleuchtet. Es könnte auch kein Bedarf oder aber kein Vertrauen vorhanden sein. Auf die Frage, wer spricht wen an, empfahl Jürgen Borgmann: „Dafür gibt es kein Patentrezept, es gilt miteinander zu reden“. „Mit Rücksichtnahme und Respekt könne dies gelingen“, so die zusätzliche Empfehlung von Dirk Jahnke.
Ist Seelsorge nur etwas für Amtsträgerinnen und Amtsträger? Diese Frage ging an die Öffentlichkeitsbeauftragte, welche diese mit einem klaren nein beantwortete. „Jeder von uns kann Seelsorger sein: im Krankenbesuch, im dem Nächsten zuhören und auch im miteinander beten, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.“
Gemeinsamer Austausch in der offenen Gesprächsrunde
In der anschließenden offenen Fragerunde rückten weitere Impulse in den Mittelpunkt: zum Beispiel die Definition von Seelsorge als Beziehungspflege der Seele zu Gott. Oder, dass ein Seelsorgegespräch eine Win-Win-Situation sein kann. Diese Erfahrung sei schon vielfach gemacht worden: Nicht nur der "Besuchte" wurde gestärkt, sondern auch die/der Seelsorgende.
„Das Thema Seelsorge wird uns organisatorisch weiter beschäftigen“, erklärte Priester Rütten zum Ende des Austauschs. Es werde Thema in Ämterversammlungen und auch bei Fortbildungsveranstaltungen sei. Apostel Carsten Denker fasst am Ende zusammen und bittet nachhaltig: „Die Seele ist das Wichtigste, was wir haben. Sorgen wir uns um sie.“ Fast wortgleich stand dieser Aufruf auch auf der letzten Folie der Präsentation – unabgesprochen.
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