Bekenntnis kostet etwas. Aber es hat auch eine Verheißung. Apostel Denker entfaltete beides – an einem Tag, der für Hannah und Gerrit alles verändert.
Am Sonntag, 3. Mai 2026, feierte die Neuapostolische Kirche in Minden einen Konfirmationsgottesdienst mit Apostel Carsten Denker. Das Konfirmationswort der beiden Jugendlichen war zugleich Grundlage für die Predigt: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zudem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel." (Matthäus 10,32). Konfirmandin Hannah und Konfirmand Gerrit empfingen den Konfirmationssegen – ein Segen, mit dem sie ihren Glauben von nun an in eigener Verantwortung leben. In der Neuapostolischen Kirche ist die Konfirmation eine Segenshandlung, bei der junge Christen ihren Glauben öffentlich bekennen – und Gott ihnen dafür seinen Segen zusagt. Angehörige, Freunde und Gemeindemitglieder aus Minden und Stadthagen füllten die Kirche. Kranke und verhinderte Mitglieder verfolgten den Gottesdienst per IPTV. Bereits vor Beginn gestaltete ein Instrumentalensemble die musikalische Einstimmung. Im Gottesdienst selbst begleiteten ein gemischter Chor, Pfeifenorgel und Klavier die Feier.
Gottes Treue als fester Grund
Apostel Denker eröffnete die Predigt mit einem Blick auf das, was sich verändert – und was bleibt. Kleidungsstil, Gewohnheiten, Lebensumstände: vieles wandele sich über die Jahrzehnte. Eine Sache jedoch nicht. „Gott ist getreu – und das ist so und das bleibt so", sagte Apostel Denker. Diese Treue sei nicht zeitlich begrenzt, kein Versprechen auf Probe. Sie gelte für immer und bilde den Grund, auf dem das Gelübde des Tages stehe.
Erkennen vor dem Bekennen
Den Begriff des Bekenntnisses entfaltete Apostel Denker in mehreren Schritten. Bekennen beginne nicht mit einem öffentlichen Auftritt, sondern mit einem inneren Vorgang: dem Kennenlernen. „Bekennen fängt erst einmal mit Erkennen an", so der Apostel. Wer etwas liebe, beschäftige sich damit – ob ein Instrument, ein Sportverein oder der eigene Glaube. Hannah und Gerrit hätten diesen Weg bereits gegangen: in Familie, Gemeinde und Unterricht. Dabei hätten sie nicht nur Wissen erworben, sondern die Schönheit des Glaubens persönlich erlebt – seine Kraft in schwierigen Momenten, seine Wirkung als innere Ruhe vor Prüfungen und Entscheidungen.
An die gesamte Gemeinde richtete Apostel Denker die Frage, ob man diesen Blick für die Schönheit des eigenen Glaubens im Alltag bewahre. Wer vergesse, was Gott bereits getan habe, verliere ihn aus dem Blick.
Drei Wege des sichtbaren Bekenntnisses
Wie ein äußeres Bekenntnis konkret aussehen könne, beschrieb Apostel Denker anhand von drei Feldern. Erstens: Liebe und Frieden. Wer nicht über andere lästere, wer für den Schwächeren einstehe, wer dem Nächsten mit Achtung begegne, bekenne damit Jesus Christus. „Dann erkennt man an euch, da ist irgendetwas anders", sagte Apostel Denker. Zweitens: Wahrheit. An ihr festzuhalten, auch wenn es unbequem sei, sei ein sichtbares Zeichen des Glaubens. Lüge hingegen zerstöre Vertrauen nachhaltig. Drittens: Gebet. Eine persönliche Begebenheit machte diesen Punkt anschaulich: In einem Schnellrestaurant habe eine Gruppe Jugendlicher vor dem Essen still und selbstverständlich gebetet. Dieser Bekennermut habe ihn beschämt und beeindruckt zugleich. Allen drei Feldern gemeinsam sei die Verheißung des Konfirmationswortes: Wer Christus bekenne, dem bekenne sich Christus vor dem Vater.
Glaube kennen, Glaube bekennen
Bezirksvorsteher Priester Oliver Rütten griff in seiner Predigtzugabe eine Begebenheit auf, die wenige Tage zuvor beim Gottesdienst mit Konfirmationsjubilaren entstanden war. Gemeindeglieder hatten erzählt, wo sie ihren Glauben im Leben bekannt hatten. Eine Geschichte blieb ihm besonders im Gedächtnis: Ein Priester auf einem turbulenten Flug nach Afrika saß so ruhig, dass Mitreisende ihn ansprachen – und ein Gespräch über Glauben und Gottvertrauen entstand. „Es ist manchmal aufregend", räumte Priester Rütten ein, „aber es ist etwas Wunderbares, es zu üben und zu tun."
Ein Vertrag mit nur einer Verpflichtung
Priester Tobias Brosi, Gemeindevorsteher von Stadthagen, wählte ein ungewöhnliches Bild. In der Sakristei vor dem Gottesdienst hatten Hannah und Gerrit ein Datenblatt unterschrieben – eine Formalität. Doch das Bild des Vertrages treffe etwas Wesentliches, sagte Priester Brosi: „Da wird keine Strichliste gezählt." Die Zusage Jesu Christi gelte bedingungslos. Auch in Momenten, in denen man äußerlich allein dastehe, bekenne sich Jesus Christus vor dem Vater zu denen, die ihm gehörten.
Gelübde und Segen
Ein Höhepunkt des Gottesdienstes bildete die Konfirmationshandlung. Im Brief bezeichnete Stammapostel Jean-Luc Schneider die Nachfolge Christi als die „schönste aller Aufgaben" – Konfirmandenlehrerin Astrid Lihra-Kurtz las ihn vor der Gemeinde vor. Apostel Denker wandte sich noch einmal direkt an die Konfirmanden: Sie sollten ihren Glaubensweg mit Freude gehen, aus eigener Überzeugung, nicht gedrängt von außen.
Auf die Frage des Apostels, ob sie sich zum neuapostolischen Glauben bekennen und Jesus Christus nachfolgen wollten, antworteten Hannah und Gerrit mit Ja. Anschließend sprachen sie gemeinsam das Konfirmationsgelübde:
„Ich entsage dem Teufel und all seinen Werken und Wesen, und übergeb mich dir, o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, in Glauben, Gehorsam und ernstlichen Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen."
Apostel Denker spendete daraufhin den Konfirmationssegen – trinitarisch formuliert, mit Worten, die Schutz, Begleitung und die Gegenwart Gottes zusagen.
Jugendliche der Gemeinde Minden überreichten einen Blumenstrauß und hießen die beiden im Jugendkreis willkommen. Gemeindevorsteher Priester Lars Denker überreichte den Konfirmationsbrief des Stammapostels sowie ein Geschenk. Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beendete Apostel Denker den Gottesdienst mit Gebet und trinitarischem Segen.
Im Anschluss gratulierten Familie, Freunde und Gemeindemitglieder den Konfirmanden.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
