Am Sonntag, 22.09.2024, fand in der Gemeinde Uchte der Jugendgottesdienst unter dem Thema „Wer ist mein Nächster?“ statt. Eingeladen waren Jugendliche aus den Bezirken Osnabrück und Minden.
Das zentrale Thema des Jugendgottesdienstes lautete „Wer ist mein Nächster?“, basierend auf dem Bibelwort aus Lukas 10,29: „Er [der Gesetzeslehrer] aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt der Predigt und wurde anhand des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter vertieft.
Barmherzigkeit – in der Vergangenheit und in der Gegenwart
Zu Beginn des Gottesdienst nahm Diakonin Sarah Tiedemann die Bibellesung vor. Sie las aus dem Lukas-Evangelium (Lukas 10,30-37) die Passage vom barmherzigen Samariter vor. In der Predigt wurde dieses Gleichnis ausgelegt. Priester Oliver Rütten wies darauf hin, dass die Geschichte nicht nur eine Lektion in Erster Hilfe oder unterlassener Hilfeleistung sei, sondern eine tiefere Bedeutung habe. In der damaligen Zeit wurde der Begriff „Nächster“ auf die eigenen Glaubens- oder Parteigenossen beschränkt. Jesus zeigte jedoch mit diesem Gleichnis, dass wahre Nächstenliebe und Barmherzigkeit nicht an solche Grenzen gebunden sind.
Das Beispiel des Priesters und des Leviten, die dem verletzten Mann nicht halfen, diente dazu, zu verdeutlichen, dass es nicht auf den Status oder die Zugehörigkeit ankommt, sondern auf das Handeln. Der Samariter, der als Außenseiter galt, zeigte die wahre Erfüllung von Gottes Willen durch seine Tat. Es wurde betont, dass Barmherzigkeit mehr ist als theoretisches Wissen oder gute Vorsätze. Sie drückt sich in konkretem Handeln aus und ist keine einmalige Aufgabe, sondern eine innere Einstellung, die dauerhaft umgesetzt werden soll.
Glauben und Werke gehören zusammen
In diesem Zusammenhang wurde auch auf das enge Verhältnis von Glauben und Werken hingewiesen, wie es in der kirchlichen Lehre verankert ist (KNK 4.8.2). Gute Werke sind Ausdruck eines lebendigen Glaubens und nicht von ihm zu trennen. Der Glaube, der nicht in die Tat umgesetzt wird, bleibt unvollständig. Diese Lehre wurde durch das biblische Doppelgebot der Liebe (Matthäus 22,37-39) untermauert. Ein weiteres zentrales Element der Predigt war der Impuls, dass Barmherzigkeit nicht nur Mitleid bedeutet, sondern auch praktische Hilfe. Diese Hilfe kann sowohl leiblicher als auch geistlicher Natur sein.
In der praktischen Anwendung wurde der Weg zur Barmherzigkeit in drei Schritte unterteilt:
1. Mitleid empfinden: Empathie ist der erste Schritt zur Barmherzigkeit. Dies beinhalten das Zuhören und Verstehen der Gefühle anderer, das Üben von Dankbarkeit für das eigene Wohlergehen und das Bewusstsein, dass niemand gegen Leid immun ist. Auch das Hinterfragen von Vorurteilen gehört dazu, um eine offene Haltung gegenüber anderen Menschen zu entwickeln.
2. Mitleid wahrnehmen: Dieser Schritt fordert dazu auf, nicht wegzusehen, sondern aufmerksam zu bleiben und den Nächsten aktiv zu suchen. Es geht darum, Augen, Ohren und Herz offen zu halten, um wahrzunehmen, wo Not herrscht und Hilfe gebraucht wird.
3. Helfen: Schließlich geht es darum, konkret zu helfen – sowohl leiblich als auch geistlich. Jesus forderte seine Nachfolger dazu auf, die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen zu erkennen und darauf zu reagieren.
Priester Dirk Möller untermauerte im Predigtbeitrag nochmal die drei wesentlichen Punkte.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch den Jugendchor des Bezirks, der mit einer Probe vor dem Gottesdienst begonnen hatte. Die Lieder des Chores unterstrichen die Botschaft des Gottesdienstes und gaben ihm einen passenden musikalischen Rahmen.
Nach dem Gottesdienst wurde Astrid aus der Jugendarbeit der Gemeinde Uchte verabschiedet. Sie hatte sich über viele Jahre als "gute Fee" in den Jugendgottesdiensten betätigt und für das leibliche Wohl gesorgt.
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