Westdeutschland/Minden. Nach tagelangen intensiven Regenfällen in Deutschland sind in vielen Regionen Flüsse über die Ufer getreten, Häuser stehen unter Wasser. Betroffen ist auch die Neuapostolische Kirche Minden-Mitte.
Durch die Regenfälle im Weserbergland, dem Sauerland, in Thüringen und Nordhessen sowie der Schneeschmelze in den Bergen, führt die Weser zum vierten Mal seit 1935 ein größeres Hochwasser. Mit einem Pegel von 6,74 Meter wurde der Hochwasserscheitel von 1995 um 17 Zentimeter übertroffen.
Kellerräume geflutet
Als Folge wurden zahlreiche Wiesen neben der Weser überflutet. Das Wasser gelang dabei über den Bereich „Kanzlers Weide“ bis an den Standort der Neuapostolischen Kirche in Minden an der Hausberger Straße heran. Durch ein Fenster drang dort in der Nacht zum Mittwoch, 27. Dezember 2023, Wasser in das Untergeschoss und flutete die Räume.
Betroffen war vor allem der Heizölkeller. Durch den Druck des Wassers brach die Auftriebssicherung des Öltanks, sodass am Mittwochmorgen die Feuerwehr anrücken musste. Der Tankraum wurde leer gepumpt und mithilfe von Sandsäcken im Außenbereich eine Barriere als zusätzliche Sicherung aufgebaut. Dadurch konnten Umweltschäden verhindert werden.
Großes Engagement der Gemeinde
„Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert“, berichtet Priester Lars Denker, Vorsteher der Gemeinde. Der Pegel ist inzwischen wieder gesunken und das Wasser einige Meter vom Kirchenparkplatz zurückgewichen.
Priester Denker ist dankbar für das große Engagement der Gemeindemitglieder. Diese versorgten die Einsatzkräfte mit Kaffee und belegten Brötchen. Weitere meldeten sich für eine Nachtwache, um im Zweistundentakt unter anderem das Notstromaggregat und die Pumpen zu überwachen. „Innerhalb von wenigen Minuten waren alle Schichten vergeben“, freut sich der Vorsteher.
Reparaturen ab Januar
Das Kirchengebäude ist nun bis auf Weiteres nicht nutzbar. Die gesamte Elektrik sowie die Heizungs- und Lüftungsanlage wurde durch den Wassereinbruch im Keller beschädigt. Bevor eine Reparatur möglich ist, müssen zuvor das restliche Wasser abgepumpt sowie die Kellerräume getrocknet werden. Da das Grundwasser derzeit immer noch sehr hochsteht, werden die Pumpen noch einige Tage laufen müssen.
„Ob der Gottesdienst mit Stammapostel Jean-Luc Schneider Anfang März 2024 dort wie geplant stattfinden kann, wird sich Anfang Januar in Abstimmung mit der Kirchenleitung entscheiden“, so Jörg Hermann, der für den Bereich Nord zuständige Bauleiter der Kirchenverwaltung in Dortmund.
Auf umliegende Gemeinden verteilen
Die Gemeinde Minden-Mitte wird sich für die Gottesdienste vorläufig auf die umliegenden Gemeinden verteilen. Der für Minden-Mitte geplante Gottesdienst zum Jahresabschluss mit Apostel Carsten Denker wird in Sulingen stattfinden, wo die Sitzplatzkapazitäten jedoch begrenzt sind.
Weitere Kirchengebäude in Westdeutschland sind nach aktuellem Stand nicht vom Hochwasser betroffen.
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