Über 80 Menschen feierten am Weltgebetstag einen ökumenischen Gottesdienst in der St. Petrikirche in Minden – mit Gebeten, Liedern und einer Kollekte für Nigeria.
Am Freitag, 6. März 2026, versammelten sich mehr als 80 Frauen und Männer in der St. Petrikirche in Minden. Anlass war der Weltgebetstag der Frauen, der in diesem Jahr unter dem Motto „Nigeria. Kommt! Bringt eure Last." stand – eine Einladung, angelehnt an das Bibelwort aus Matthäus 11,28. Zwischen 17 und 18 Uhr fanden sie sich zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammen, der von Christinnen in Nigeria ausgearbeitet worden war und weltweit in dieser Form gefeiert wurde.
Ein Gebet reist um die Erde
Der Weltgebetstag der Frauen ist eine der größten Basisbewegungen christlicher Frauen weltweit. Jedes Jahr am ersten Freitag im März wandert ein Gottesdienst über 24 Stunden lang um den Erdball – von Zeitzone zu Zeitzone, in über 120 Ländern. Die Liturgie wird stets von Frauen aus dem jeweiligen Gastland entworfen und anschließend weltweit so gefeiert, wie sie verfasst wurde. In diesem Jahr hatten Christinnen aus Nigeria Gebete, Lesungen, Lieder und Fürbitten zusammengestellt, die die Lebenswirklichkeit ihres Landes widerspiegelten.
Nigeria: Lasten tragen, Hoffnung schöpfen
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und geprägt von einer Vielfalt an Kulturen, Sprachen und Religionen. Zugleich ist es ein Land, das mit erheblichen Spannungen und Konflikten umgeht. Das Motto des diesjährigen Weltgebetstags griff genau diesen Kontext auf: Nigerianerinnen tragen viele Lasten – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Und doch machen die Verfasserinnen der Liturgie auch deutlich, wie sie im Glauben immer wieder Halt und Hoffnung finden. Während des Gottesdienstes in Minden wurden Bilder aus Nigeria eingeblendet, die diesen Kontext anschaulich machten und die Verbindung zu den Menschen dort spürbar werden ließen.
Ökumene ganz praktisch
Der Gottesdienst in Minden war konfessionsübergreifend gestaltet – wie es beim Weltgebetstag seit Jahrzehnten Tradition ist. Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen bereiteten die Feier gemeinsam vor und wirkten daran mit. Auch aus der neuapostolischen Gemeinde beteiligte man sich mit Lesung und Fürbitten. „Hier redet man nicht nur über Ökumene – man lebt sie", sagte eine Teilnehmerin im Anschluss an die Feier. Zur Liturgie gehörten Gebete, Lesungen, Lieder und Fürbitten sowie eine Kollekte, deren Erlös Projekten in Nigeria zugute kommt.
Gemeinschaft nach dem Gemeinsamen
Im Anschluss blieben viele Besucherinnen und Besucher zusammen. Mitgebrachte Kleinigkeiten zum Essen bildeten den Rahmen für Gespräche – über das Erlebte, über Nigeria, über das, was Menschen weltweit verbindet und trennt. Solche Begegnungen gehören zum Weltgebetstag dazu und sind oft der Ausgangspunkt für dauerhaftere ökumenische Kontakte zwischen Gemeinden.
99 Jahre – und das erst der Anfang
Der Weltgebetstag der Frauen blickt auf eine fast hundertjährige Geschichte zurück. Im kommenden Jahr 2027 besteht die Tradition 100 Jahre. Was als Initiative christlicher Frauen in internationaler Solidarität begann, hat sich zu einer weltumspannenden Bewegung entwickelt, die nicht nur Gottesdienste feiert, sondern auch konkrete Projektarbeit zugunsten von Frauen und Mädchen weltweit finanziert. Allein in Deutschland besuchen Jahr für Jahr rund eine Million Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen rund um den Weltgebetstag.
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