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Hilfe! Ich blute!

 

Apostel Denker erschien mittags in der Kirche. Unaufgeregt, fröhlich – und bereit für den Pieks. „Hilfe! Ich blute!" scherzte er, als ein winziger Tropfen zu sehen war.

Am Samstag, 14. Februar 2026, verwandelte sich die Neuapostolische Kirche Minden für vier Stunden in eine Blutspendestation. Von 11 bis 15 Uhr kamen 35 Spendenwillige, darunter Apostel Carsten Denker. Die Bezirksleitung hatte die Aktion initiiert. Nach einer mehrjährigen Pause knüpfte sie damit an eine Tradition an, die zwischen 2002 und 2009 bereits bestand. Künftig könnte die Blutspendeaktion wieder jährlich stattfinden.

Die Spenderinnen und Spender kamen aus den Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Minden und aus der Nachbarschaft der Kirche. Unter ihnen waren 15 Erstspender. Die Teilnehmenden waren zwischen 18 und 83 Jahren alt.

Ankunft in der Frühe

Um 8 Uhr kam der Mannschaftsbus des Deutschen Roten Kreuzes mit dem Küchenteam. Engagierte Ehrenamtliche des Ortsverbands Minden opferten einen Samstag, um die Verpflegung zu gewährleisten und beim Aufbau zu unterstützen. Sechs Helferinnen machten sich ans Werk. Um 9 Uhr folgte ein Lastwagen des Blutspendedienstes West. Fröhliche Menschen luden von der Ladefläche Behälter mit Material ab und errichteten mit routinierten Handgriffen die Blutspendestation. Sechs Helfer und Helferinnen sowie ein Arzt bauten zwei Stunden lang auf. Auch Gemeindemitglieder unterstützten.

Das Kirchengebäude wurde für einen Tag umfunktioniert. Im Foyer meldeten sich die Spender an und füllten Fragebögen aus. Die Sakristei diente als Raum für Arztgespräche. In der Garderobe und im Mehrzweckraum fand die Blutentnahme statt, dort befand sich auch der Ruhebereich. Der Eltern-Kind-Raum wurde zum Buffet und Verpflegungsbereich. Die Küche blieb Küche.

Acht Stationen für jeden Spender

Jeder Teilnehmende durchlief acht Stationen. Ein Lotse begrüßte die Ankommenden, glich Terminreservierungen ab und prüfte, ob der Personalausweis mitgebracht wurde. Er erklärte kurz die einzelnen Stationen. An der Anmeldung erfassten Mitarbeiter bei Erstspendern die persönlichen Daten. Wiederholungsspender wurden im System gefunden. Dann füllten alle einen Fragebogen zum tagesaktuellen Wohlbefinden aus. Fragen zu Krankheiten der letzten Wochen und zu Auslandsaufenthalten gehörten dazu.

Es folgte die Vorsorgeuntersuchung. Körpertemperatur, Blutdruck und Hämoglobin wurden gemessen. Der Hämoglobinwert muss bei Frauen mindestens 12,5 Gramm pro Deziliter betragen, bei Männern 13 Gramm pro Deziliter. Danach führte der Arzt ein Gespräch, klärte Fragen und gab die Spender frei. In seltenen Fällen lehnte er ab, etwa wenn eine Auslandsreise noch nicht lange genug zurücklag oder aktuelle Medikationen eine Spende unmöglich machte.

Dann wurde es ernst. Bei der Blutspende flossen etwa 500 Milliliter Blut in den Spenderbeutel. Ein Pieks und fünf bis zehn Minuten später war die Spende abgeschlossen. Ein von Herzen kommendes „Dankeschön für Ihre Spende!" beendete die Blutentnahme. Der Körper ersetzt die entnommene Flüssigkeit innerhalb von 24 Stunden. Die roten Blutkörperchen regenerieren sich in vier bis sechs Wochen vollständig.

Händchen halten auf der Liege

Im Ruhebereich ruhten sich die Spender zehn Minuten aus. Der Kreislauf gewöhnte sich langsam wieder an den Normalzustand. Die Liegen standen direkt gegenüber der Blutentnahme. Unter den Spendern waren auch Bezirksvorsteher, Gemeindevorsteher, Priester und Diakone. Ehepaare lagen nebeneinander auf den Blutspendeliegen und hielten Händchen. Jugendliche gehörten ebenso zum Spenderkreis wie Senioren.

Im Eltern-Kind-Bereich kamen alle nach dem Ausruhen zur Stärkung zusammen. Das Küchenteam hatte Brötchen, Rohkost, Obst und Kuchen zubereitet. Dazu gab es zuckerhaltige Limonaden und Kaffee. Gestärkt verließen alle den Imbissbereich und nahmen zum Abschluss ein Geschenk mit. Das Deutsche Rote Kreuz schenkte ein Fitnessband. Das elastische Band ist vielseitig einsetzbar und hat 14 aufgedruckte Übungen. Es ist sofort einsatzbereit im Park, in der Mittagspause oder zu Hause.

Begeisterung und Nachfragen

Das Team vom Ortsverband und das Team vom Blutspendedienst West arbeiteten gut koordiniert und kompetent zusammen. Auf- und Abbau waren mit Unterstützung von Gemeindemitgliedern schnell erledigt. Fragen und Unsicherheiten klärten sich rasch. Auf Nachfrage bestätigte ein Mitarbeiter des Blutspendedienstes: „Nein, es ist keiner umgekippt – der Kreislauf hat bei allen mitgespielt." Und er fügte hinzu: „Das waren für die Größe der Spendergruppe anteilig übrigens viele Erstspender. Das ist wirklich klasse!"

„Das hat alles sehr gut geklappt. Gut organisiert, ich bin schnell drangekommen und musste nicht lange warten", sagte eine Teilnehmerin. Eine andere berichtete: „Die waren alle so fröhlich und es war eine ganz besondere Atmosphäre!" Fast alle äußerten sich begeistert von der Möglichkeit, von der Umsetzung und vom Helfen-können durch diese Aktion. Mehrere Blutspender fragten: „Machen wir das jetzt regelmäßig in Minden?" und „Wann ist die nächste Aktion?"

Gutes tun – auch 2026

Vollblut darf von Frauen alle zwölf und von Männern alle acht Wochen gespendet werden. Diese lebenswichtigen Blutspenden dienen der Versorgung von Kranken bei Operationen, Verletzungen oder Erkrankungen und retten damit Leben. 

Darüber hinaus deuten Studien darauf hin, dass regelmäßige Spender ein geringfügig reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Der psychologische Effekt, anderen zu helfen, kann Stress reduzieren und positive Gefühle verstärken. Spenderinnen und Spender erhalten zudem eine Basisuntersuchung des Blutes und Hinweise zu Blutdruck und Hämoglobinwert. Die Mindener Aktion war ein Erfolg. Sie wird wiederkommen.

14. Februar 2026
Text: or
Fotos: or/rs

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