Herzen, Hoffnung, Fürbitte: Beim Gottesdienst für Entschlafene mit Bischof Wiktor stand die Liebe Gottes zu allen Menschen im Mittelpunkt – über den Tod hinaus.
Für neuapostolische Christen ist der Gottesdienst für Entschlafene weit mehr als ein Gedenken an die Toten. An drei Gottesdiensten im Jahr bitten die Gemeinden Gott besonders darum, dass unerlöst Verstorbene das Heil in Christus, also die Errettung von der Sünde und die Teilhabe an den Sakramenten finden. Am Sonntag, 6. Juli 2025 kamen die Gemeinden des Kirchenbezirks zu einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche Minden zusammen. Den Gottesdienst feierte Bischof Thomas Wiktor auf Grundlage des Bibelwortes aus Römer 3,22,23: „Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen.“
Eine Liebeserklärung Gottes
Die Kinder hatten zusammen mit ihren Betreuern vor dem Gottesdienst viele rote Herzen aus Papier an den Altar geheftet. Auf der Vorderseite stand ihr Name, auf der Rückseite der Name eines verstorbenen Menschen, für den sie an diesem Morgen besonders beten wollten. Zu Beginn der Predigt nahm der Bischof Bezug auf diese Herzen. „Wie dein Leben auch immer verlaufen sein mag und wo du vielleicht um Orientierung ringst: Gott liebt dich so wie du bist, er sorgt sich um dich, er kämpft um dich. Gib doch diese Botschaft an deine Umgebung weiter!“ Ein authentisch gelebter christlicher Glaube sei überzeugender, als viele Worte. „Sprich die Sprache des Herzens“, appellierte er.
Ohne Gottes Gnade geht es nicht
Das Leitwort aus dem Römerbrief beschreibt recht nüchtern, dass die Menschen wegen ihrer Sünden keinen Zugang zu Gott erhalten können. Diese entmutigende Erkenntnis ist jedoch der erste Schritt zum Frieden einer gespaltenen Gesellschaft: Alle Menschen sind vor Gott unvollkommen, alle Menschen haben ihren ursprünglich vollkommenen Status vor Gott verloren und alle Menschen können durch das Opfer Jesu am Kreuz wieder vor Gott gerecht werden. Jesus macht allen Menschen dieses großartige Geschenk, „weil er dich liebt“, so der Bischof. Der Schlüssel zum Frieden untereinander heißt: „Ich bin nicht besser als du, es gibt da keinen Unterschied zwischen uns.“ Sei auch nicht engherzig, wenn du um Vergebung gebeten wirst. Schaff Raum in deinem Herzen, so der Bischof in Anlehnung an 2. Korinther 7,2.
Zu weiteren Predigtbeiträgen rief der Bischof den stellvertretenden Bezirksvorsteher, Priester Ingo Steg und den Bezirksvorsteher, Priester Oliver Rütten.
Die Augen sind das Fenster der Seele
Priester Steg erinnerte sich an sein Vokabelheft, das er in der Schule zum Erlernen einer fremden Sprache benötigte. Für die Sprache des Herzens gelten jedoch andere Regeln: Nimm jemanden in den Arm, hör aufmerksam zu, zeig strahlende Augen. „Die Augen sind das Fenster um zu sehen, ob in der Seele jemand zuhause ist“ zitierte er. Weiter warb er dafür, durch unsere strahlenden Augen und unser Verhalten zu zeigen, was in unserer Seele steht. „Ich habe dich lieb, Gott hat dich lieb. Und wenn er dich liebt, wie könnte ich es anders tun?"
Motiviert, die Sprache des Herzens zu sprechen?
Priester Rütten berichtete von einem Test, den ihm seine Englischlehrerin vorgelegt hatte. Das Punkteergebnis sollte nicht seine Leistung, sondern seine Motivation, eine neue Sprache zu erlernen abbilden. Er nutze diese Begebenheit als Hilfsmittel für seine Fragestellung an die Zuhörer: Sind wir gewillt, diese Sprache der Liebe zu lernen und anzuwenden? Haben wir für unseren Nächsten diese strahlenden Augen, die offenen Arme und das offene Herz? Wir können uns bei der Sprache des Herzens auch nicht auf unser mangelndes Talent berufen, denn „die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen“ (Römer 5,5), so der Bezirksvorsteher. Es mag herausfordernd sein, diese Sprache zu sprechen, aber Gott selbst habe dazu befähigt. „Bittet Gott um die Kraft des Wollens und des Könnens“, riet er abschließend den Gläubigen.
Gebet für die Entschlafenen
Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahles sprach Bischof Wiktor ein Fürbittgebet für die Entschlafenen.
Der Gottesdienst wurde umrahmt von Beiträgen des Bezirkschores, des Frauenchores und des Männerchores sowie Vorträgen am E-Piano.
Das anschließende Kaffee- und Kuchenbuffet wurde gerne zum Austausch genutzt.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
