Schon im vergangenen Jahr versammelten sich die Kirchen Mindens an Pfingsten auf dem Kleinen Domhof. 2026 kamen mehr Menschen — und die Frage stand im Raum: Wofür steht der Heilige Geist heute?
Am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, versammelten sich rund 120 Menschen auf dem Kleinen Domhof in Minden zum ökumenischen Pfingstgottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Minden. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen feierten Vertreterinnen und Vertreter der Mindener Kirchen gemeinsam Gottesdienst — mit mehr Besucherinnen und Besucher als im Vorjahr, und mehr, als die Veranstalter erwartet hatten.
Zum Gottesdienst eingeladen hatte die ACK Minden, der unter anderem der Evangelische Kirchenkreis Minden mit seiner reformierten Petri-Kirchengemeinde, der Katholische Pastoralverbund Mindener Land, die Kirche am Glacis, die Kirche für Minden, die Evangelisch-methodistische Kirche sowie die Neuapostolische Kirche angehören. Der Kleine Domhof bot der Versammlung einen offenen, innerstädtischen Rahmen — sichtbar für alle, die an diesem Abend am Dom vorbeikamen.
Musik vom Chor der Neuapostolischen Kirche
Den Auftakt gestaltete der Chor der Neuapostolischen Kirche Minden mit einem Stück aus dem Chorbuch der Neuapostolischen Kirche: „Herr, dein Wort" (CB 105), Den Gottesdienst begleitete der Chor dann weiter mit „Lob, meine Seel, den Herrn" (CB 292) und „Liebe, die du mich zum Bilde" (CB 337).
Kreiskantor Nils Fricke vom Evangelischen Kirchenkreis Minden übernahm die Ausgangsmusik. Ebenfalls zum Einsatz kam der Posaunenchor des Kirchenkreis Minden.
Begrüßt wurden die Anwesenden von Dompropst Roland Falkenhahn, der auch das Eingangsvotum sprach. Den Psalm 139 in Auswahl trug Olaf Mohring von der Kirche am Glacis vor. Auf den Lobgesang „Geist des Vaters" folgte das Gebet, gesprochen von Pastorin Nicole Bernady von der Evangelisch-methodistischen Kirche. Die Schriftlesung aus dem Lukasevangelium (Lk 9,51–56) sowie die Einleitung zum Glaubensbekenntnis lagen in den Händen von Hirte i. R. Lothar Ney von der Neuapostolischen Kirche. Das Apostolische Glaubensbekenntnis sprach die Gemeinde gemeinsam.
Wofür steht der Heilige Geist?
Im Zentrum des Gottesdienstes stand die Predigt unter dem Thema „Wofür steht der Heilige Geist?". Superintendent Michael Mertins vom Evangelischen Kirchenkreis Minden eröffnete sie mit einer Einleitung, die an die Schriftlesung zurückknüpfte. Nach einem gemeinsam gesungenen Kanon — „Ihr werdet die Kraft" (EG 132) — folgten fünf kurze Statements aus den beteiligten Kirchen, jedes aus einer eigenen Tradition, aber mit gemeinsamer Ausrichtung.
Dompropst Falkenhahn sprach über den Heiligen Geist als Kraft zur Einheit. Olaf Mohring von der Kirche am Glacis entfaltete den Gedanken, dass der Geist Menschen zu Kindern Gottes mache. Hirte i. R. Ney stellte die Liebe als Wesenskern des Heiligen Geistes in den Mittelpunkt. Pastorin Bernady verband den Geist mit sozialer Verantwortung. Superintendent Mertins schloss die Runde mit dem Thema Kraft. Der Kanon wurde danach ein zweites Mal gesungen — nun mehrstimmig im Kanon.
Fürbitten, Vaterunser, Segen
Den Schlussteil gestalteten Superintendent Mertins mit den Fürbitten und Hirte i. R. Ney, der den Abschluss der Predigt übernahm. Das Vaterunser beteten alle Anwesenden gemeinsam. Den Segen sprach Dompropst Falkenhahn über die Versammelten.
Geburtstag der Kirche
Nach dem Gottesdienst lud die ACK Minden zu einer Begegnung auf dem Domhof ein. Muffins — in Anlehnung an den Geburtstag der Kirche, den Pfingsten symbolisch markiert — gehörten zum Abschluss des Abends bereits zum festen Bestandteil. Wer im vergangenen Jahr dabei war, kannte die kleine Tradition bereits.
Der ökumenische Pfingstgottesdienst auf dem Kleinen Domhof hat sich in Minden als festes Format der ACK etabliert. Dass in diesem Jahr mehr Menschen kamen als erwartet und die Programmhefte knapp wurden, ließ die Veranstalter mit einer gewissen Überraschung zurück — und dürfte für die Planung des nächsten Jahres als Maßstab dienen.
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