Bückeburg. Der vierte Advent war ein besonderer Tag für den Gemeindevorsteher Bernd Kramer (65). Nach 43 Jahren ehrenamtlicher Arbeit als Amtsbruder, davon fast 40 Jahre als Priester und 22 Jahre als Leiter der Gemeinde Bückeburg, verabschiedete ihn Apostel Walter Schorr (61) in den Ruhestand.
Aus Diakonen und Priestern wurden vor Beginn des Gottesdienstes kurzerhand Parkplatzeinweiser, um der großen Besucherschar Herr zu werden. Schließlich wollte nicht nur die Bückeburger Gemeinde an diesem besonderen Moment teilhaben. Auch aus den umliegenden Gemeinden waren Mitglieder zu Gast.
Zu Berginn des Gottesdienstes bedankte sich der Apostel beim Dirigenten des Gemeindechores für das gerade gesungen Lied: " Wer unter dem Schirm“. „Vielen Dank lieber Dirigent für die Liedauswahl, so sind wir symbolisch bereits unter Gottes Schirm gelandet.“ In seiner Predigt thematisierte er, wie wichtig es ist, auch in schlechten Tagen „Kraft aus den Worten Gottes zu schöpfen“.
Diese Kraft wünschte sich wohl auch der Vorsteher Kramer, als er zum letzten Mal in seiner Funktion als Amtsträger an den Altar trat. 43 Jahre im Dienst der Kirche – was bleibt von diesen Jahren, fragte er die Gemeinde. Die Antwort gab er selbst: „Paulus spricht von Glaube, Liebe und Hoffnung. Ich setze noch ein Wort drauf: Dankbarkeit.“ Als er dieser Dankbarkeit gegenüber seiner Frau Ursula und seinen Kindern Ausdruck verlieh, fehlten ihm vor lauter Rührung für einen Augenblick die Worte und ein paar Tränen bahnten sich ihren Weg über sein Gesicht. „Meine Frau war stets mein Motivator, die mir auch mal den nötigen Schubser gab.“
Er verglich die Gemeinde in Bezug auf seinen Ruhestand mit einem Schiff: „Die Gemeinde Bückeburg ist wie ein großes Schiff, bei dem der Kapitän nicht von Bord geht. Er bleibt ihr erhalten, es gibt lediglich einen Wechsel“.
Mit dem neuen Kapitän meinte der scheidende Leiter der Gemeinde seinen Nachfolger, Priester Gerd Meyer (56) aus der Gemeinde Bad Oeynhausen. Er wurde an diesem Adventssonntag als Evangelist bestätigt und mit der Aufgabe des Gemeindevorsteher betraut.
Nachdem Apostel Schorr den bisherigen Gemeindeleiter offiziell von seinem Amt entbunden hatte, überreichten ihm die Amtsbrüder Geschenke und anbei Blumen für seine Frau. Doch das sollte nicht die einzige Überraschung sein. Eigens für die In-Ruhe-Setzung des Vorstehers hat sich ein zehnköpfiger Projektchor aus der Gemeinde zusammengetan und das Lieblingslied des Vorstehers, „Jerusalem“, eingeübt. Sein Sohn Marcel wuchs dabei stimmlich mit einem kräftigen Solo über sich hinaus. „Das Lied ging mitten ins Herz“, sagte der sichtlich berührte Vorsteher in Ruhe dankend.
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