Mit einer Andacht in der Neuapostolischen Kirche Minden hat am Samstag, 10. Oktober 2026, der Ökumenische Pilgertag begonnen. Das Dekanat Herford-Minden hatte unter dem Leitwort „Was uns zusammenhält“ eingeladen. 16 Pilgerinnen und Pilger machten sich auf den Weg, unter ihnen auch Glaubensgeschwister aus dem Kirchenbezirk Minden.
Treffpunkt war um 9.45 Uhr das Weserufer am Parkplatz Kanzlers Weide. Nach der Begrüßung ging die Gruppe gemeinsam zur Neuapostolischen Kirche, wo die Teilnehmer um 10 Uhr bei Kaffee und Gebäck rasch ins Gespräch kamen. Viele kannten sich noch nicht, manche waren zum ersten Mal in einer neuapostolischen Kirche. Spannend sei es, das Gebäude einmal von innen zu erleben und nicht nur im Vorbeigehen von außen zu sehen, hieß es später. Andere sprachen von einem interessanten Austausch und einem Blick über den konfessionellen Tellerrand.
Ein Lied aus allen Gesangbüchern
Die gemeinsame Andacht begann mit dem Lied „Ich singe dir mit Herz und Mund“, an der Pfeifenorgel begleitet von einem Glaubensbruder. Priester Oliver Rütten, Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Minden, sprach das Gebet und las aus dem Brief an die Epheser (Epheser 4,1–6.15.16).
Seinen Impuls knüpfte er an das zuvor gesungene Lied. Die Anwesenden kämen aus verschiedenen Gemeinden und hätten soeben ein Lied gesungen, das in all ihren Gesangbüchern stehe. Damit sei eine erste, musikalische Antwort auf das Motto des Tages gegeben, noch bevor das Pilgern begonnen habe.
Christus hält zusammen
Was Christen zusammenhält, sei nicht ihr Konsens, sondern Christus selbst als das Haupt, führte der Bezirksvorsteher aus. Der Kolosserbrief sage das in der Lutherübersetzung wörtlich: Dort ist vom Leib die Rede, der von ihm her „zusammengehalten“ wird (Kolosser 2,19). Dass die Glieder dieses Leibes verschieden sind, sei kein Fehler, sondern gehöre zu seinem Bauplan.
Festmachen lasse sich diese Zusammengehörigkeit am gemeinsamen Bekenntnis zu Jesus Christus als Gott und Heiland, auf dem auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) gründet. Den gemeinsamen Horizont bilde die eine Hoffnung, von der Epheser 4,4 spricht, also der kommende Herr und die neue Schöpfung.
Mit dem Lied „Nun danket alle Gott“ endete die Andacht. In den Gesprächen danach kam aus der Gruppe die Beobachtung, wie viele Gemeinsamkeiten die Konfessionen verbinden.
Pilgern rund um Minden
Nach über einer Stunde in der Kirche brach die Gruppe auf. Vor ihr lag ein Weg von knapp zehn Kilometern, der zunächst über die Weser und ein Stück flussaufwärts führte und dann im Uhrzeigersinn rund um die Mindener Altstadt. Ein großer Teil verlief über das Glacis. Wo bis zur Aufhebung der Festung ein freies Schussfeld vor der Stadtmauer lag, ist in den vergangenen 150 Jahren eine ringförmige Grünanlage gewachsen, die sich heute wie ein Gürtel um die Altstadt legt und Lärm und Staub abhält.
Zur Mittagsandacht trafen sich die Pilgerinnen und Pilger im Seitenschiff der Kirche St. Mauritius, welches von der griechisch-orthodoxen Gemeinde genutzt wird. Die anschließende Mittagsmahlzeit wurde in der benachbarten St. Simeoniskirche eingenommen. Später verbrachte sie eine längere Zeit der Stille im Botanischen Garten auf dem ehemaligen Alten Friedhof. Den Abschluss bildeten eine Andacht in der Kapelle des Michaelshauses und ein gemeinsames Kaffeetrinken im Haus am Dom. Impulse und Gebetszeiten begleiteten die Pilgerinnen und Pilger auf dem ganzen Weg.
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