In der Kapelle des Johannes Wesling Klinikums feierten Gemeindemitglieder aus dem Kirchenbezirk Minden einen Gottesdienst mit Predigt, Musik und Heiligen Abendmahl.
Am Samstag, den 19. Juli 2025 fand in der Kapelle des Johannes Wesling Klinikums in Minden ein Gottesdienst der Neuapostolischen Kirche statt. Der Gottesdienst ist Teil eines monatlichen Angebots, das Vertreter der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirche im Wechsel gestalten.
Wie bei allen Gottesdiensten in der Kapelle ermöglichte eine Videoübertragung die Teilnahme direkt auf die Patientenzimmer. Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten sowie Besucher können das Angebot in der Kapelle und per Video nutzen.
Gottesdienst mit Videoübertragung auf Patientenzimmer
Priester Oliver Rütten predigte zum Bibelwort aus Psalm 62,2: „Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.“ In der Predigt stellte er die Bedeutung des Psalmwortes für den heutigen Alltag heraus. Der biblische Text stammt aus der Sammlung der Psalmen, die das Leben des Volkes Israel unter verschiedenen Bedingungen spiegeln – darunter Not, Bedrohung und Hoffnung. Priester Rütten betonte, dass diese Texte auch heute noch Orientierung geben.
Ein zentrales Thema der Predigt war die Frage, wie „Stille zu Gott“ im Klinikalltag möglich ist. Priester Rütten wies darauf hin, dass äußere Stille oft fehle – etwa durch medizinische Abläufe, technische Geräte oder auch durch eine innere „Unruhe“, Fragen zur Zukunft und Sorgen nach Diagnosen. Dennoch könne es gelingen, sich innerlich auf Gott auszurichten.
Predigt über Vertrauen und innere Stille
Der Bezirksvorsteher erklärte, dass „Stille“ in diesem Zusammenhang keine Resignation bedeute, sondern Hinhören, Loslassen und Vertrauen. Die Orientierung an Gott könne helfen, Abstand zu aufwühlenden Gedanken zu gewinnen. Er verwies auf das Beispiel Jesu im Garten Gethsemane. Dort habe Jesus in einer schweren Situation das Gespräch mit Gott gesucht und eine Haltung des Vertrauens eingenommen.
Priester Rütten beschrieb, wie Vertrauen auf Gott wachsen könne. Es sei ein Geschenk Gottes, entstehe aber auch durch Gebet, das Lesen in der Heiligen Schrift und geistliche Impulse. Vertrauen wachse zudem durch Rückschau: Wer auf vergangene Erfahrungen mit Gottes Hilfe blicke, könne daraus Kraft ziehen. Die Bibel liefere ebenfalls Sichtweisen, die über die aktuelle Situation hinausführen. Die Orientierung an biblischen Aussagen helfe, Gottes Wirken in schwierigen Lebenslagen wahrzunehmen.
Sakrament, Segen und Musik
Im weiteren Verlauf der Predigt ging Priester Rütten auf das Verständnis von Gottes Hilfe ein. Diese bestehe nicht immer in einer direkten Lösung oder Heilung. Vielmehr könne Hilfe auch bedeuten: innere Stärkung, Hoffnung, Halt und konkrete Impulse – etwa durch einen Gedanken, ein Bibelwort oder ein Gespräch.
Höhepunkt des Gottesdienstes war die Freisprache von den Sünden und die Feier des Heiligen Abendmahls. Den Gottesdienst endete mit einem gemeinsamen Gebet und der Spendung des trinitarischen Segens.
Den musikalischen Rahmen gestaltete der Frauenchor des Kirchenbezirks Minden mit mehreren Liedvorträgen. Klaviermusik ergänzte das Programm. Die Musik griff die inhaltlichen Schwerpunkte des Gottesdienstes auf.
Die Kapelle des Johannes Wesling Klinikums steht allen Menschen offen. Dort finden regelmäßig Andachten sowie monatlich Gottesdienste im Wechsel der drei großen Konfessionen statt.
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