Berichte
Gott führt unsMittwoch, 07.07.2010
Bückeburg - Bischof Michael Eberle hielt am Mittwoch, den 30. Juni einen Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche Bückeburg. Er stellte den Gottesdienst unter das Bibelwort aus Habakuk 2, Vers 20:
Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!
Im Bezug auf das Bibelwort sprach Bischof Eberle in seiner Predigt vom Propheten Habakuk. Der Prophet machte darauf aufmerksam, dass der Versuch, einem Stück Holz leben einzuhauchen und Götzen anzubeten nicht weiterführe (Habakuk 2, Vers 19). Der Herr ist in ...
Wir bräuchten nichts zum Vorzeigen. Unser Glaube habe uns in seinem Tempel gebracht. Gott führe und zeige den richtigen Weg, führe durch Schwierigkeiten hindurch und bringe uns schließlich zum Ziel.
Inne halten
Wir suchten heute Ruhe im Gebet, weil wir fühlten, dass Gott unser Herz stark macht. Im Bezug auf den anstehenden Entschlafenengottesdienst stellte Bischof Eberle die Frage: „Ist es still in dir, oder gelinkt es kaum, weil die Sorgen und Lasten so groß sind, dass es schwer ist, sich davon zu entfernen?“ Wenn wir Ruhe im Gebet finden wollen, müsse es auch stille in uns werden. So könnten wir sensibel werden und auf die Signale aus der Ewigkeit achten. Wenn es laut ist, hörten wir nichts. Diese Sensibilität sei schon im Familienleben bedeutend. Es sei wichtig auf den Nächsten zu sehen, inne zu halten und zu fragen: „Was brauchst Du?“ Ohne Gespräch gebe es auch kein Wissen über die Bedürfnisse des Anderen. Nur wer inne halte, könne dies erfahren.
Demütig sein
Demut sei eine wichtige Voraussetzung um stille werden zu können. Wir benötigten kein Image sondern Gottes Gnade – dann könnten wir helfen. Wer demütig ist, müsse sich nicht verstellen. Der Zöllner im Tempel hat sein Defizit erkannt und konnte inne halten. Selbstkritisch zu sein setze innehalten voraus. Es sei unbequem die Frage zu stellen: Herr, wie siehst Du mich denn? Diese Haltung sei aber notwendig damit der Herr segnen und neue Perspektiven schaffen könne.
Sich etwas sagen lassen
Wir sollten doch alles in die Hand des Herrn legen und seinen Rat suchen. Gott habe Zeit und wende sich uns zu. Es komme auf uns an und auf unsere Zuwendung zu Gott. Dafür ist Stille erforderlich.
Wer inne halte, demütig ist, sich von Gott etwas sagen lässt und alles in die Hand des Herrn lege, bei dem könne es auch stille werden. Dies könne kein Götze sondern nur Gott bewirken.
Bezirksältester Raimund Knoll erinnerte sich an Martin Luther. Als er melancholisch und traurig wurde, ließ seine Frau das Wort „Vivit“ in den Torbogen einmeißeln, was bedeutet: „Er lebt!“. Der Herr ist in seinem Heiligen Tempel – er lebt!
Von dem Wort ´Stille´ leitete der Bezirksälteste das Wort ´Stillen´ ab und erinnerte an ein Kind das gestillt wird. Bevor das Kind trinken kann, spricht die Mutter mit dem Kind. Gott habe auch heute mit uns gesprochen und Speise gegeben. Deshalb könne es auch stille in uns werden und wir könnten in Dankbarkeit wieder das Haus Gottes verlassen.
Bischof Eberle forderte abschließend erneut zum Gespräch mit Gott auf indem wir den Zweifel beiseite schieben. Zweifel mache stumm. Durch das Gespräch mit Gott könnten wir eine positive Grundhaltung einnehmen und die Seelen aus der Ewigkeit richteten sich gerne an uns.
bk rs