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Behalte deine Souveränität!Mittwoch, 07.05.2008
Bückeburg. Am Mittwoch, dem 7. Mai 2008, war Apostel Walter Schorr nach Bückeburg gekommen, um den Abendgottesdienst zu halten. Er las ein Wort aus dem 13. Kapitel des Johannesevangeliums vor, das mit „Die Fußwaschung“ überschrieben ist:
„Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging.“ (Johannes 13, 3)
Dieses Wort beschreibt die Souveränität und Stabilität des Gottessohnes auch in Verhältnissen, die ihm nicht gefielen. Jesus wusste um die verräterischen Gedanken des Judas Iskariot, der mit am Tisch saß, es tat ihm weh, aber er behandelte ihn nicht anders als die übrigen Jünger, wusch auch ihm, wie den anderen, die Füße.
Apostel Schorr ging auf das Lied des Gemischten Chores ein, der gesungen hatte: „Ziehe deine Schuhe aus, denn der Ort, wo du stehst, ist heilig. [CM 21]“ Als er die ersten Male nach Russland gefahren sei, erzählte er, sei ihm die dortige Sitte eigentümlich vorgekommen, am Wohnungseingang die Schuhe auszuziehen und dafür Hausschuhe der Gastfamilie überzustreifen. Seine Schuhe seien doch gar nicht schmutzig gewesen. Doch man erklärte ihm, dass es darum gar nicht gehe, sondern darum, dass der Gast willkommen sei, sich wohl fühle, sich wie zu Hause fühle. So solle nun jeder ausziehen, was ihn noch belaste und sich wohl und zu Hause fühlen.
Konsequente Haltung
Dann führte der Apostel einige Beispiele aus der Bibel an, in denen die Menschen eine konsequente Haltung gezeigt hatten, weil sie wussten, dass Gott mit ihnen war. So habe David im Kampf mit Goliath den Herrn an seiner Seite gewusst. Hiob habe sagen können: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“, obwohl ein Ende seines Leidens nicht abzusehen war. Gegen 10 kleinmütige Kundschafter hätten Josua und Kaleb das Volk mobilisiert, weil sie sagten: „Mit des Herrn Hilfe werden wir es schaffen.“ Mit dem Wissen „Gott ist mit mir!“ könne man auch in dunklen Stunden und sogar unter Anfeindungen seine Souveränität bewahren, eine konsequente Haltung zeigen.
Wie ist dein Glaube?
Jesus habe einmal zu seinen Jüngern gesagt: „Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann ... (Lukas 17,6 )“ Jesus wollte Glaubenswachstum erleben, inneres Wachstum bei den Jüngern. Ein Senfkorn sei eine Woche nach der Aussaat schon sieben Zentimeter groß und nach einem Jahr habe es schon mannshohe Blätter. Solch ein „Senfkornglaube“ komme auch einmal zum Schauen.
Letzte Worte vor dem Ruhestand
Dann rief der Apostel zum letzten Mal den in den Ruhestand tretenden Priester Peter Schilling an den Altar. Der sagte, dass er das Wirken im Werke Gottes nicht als Belastung empfunden habe, sondern als kleine Wiedergutmachung für die guten Gaben, den Frieden und den Segen, den ihm Gott geschenkt habe. Und er zeigte sich eher ein wenig wehmütig, nun in den Ruhestand zu treten.
Dann mahnte er die Gemeinde noch, nicht aufzugeben, wie einst David. Man würde Gott manchmal um Hilfe anflehen, diese Hilfe komme dann aber nicht, wenigstens nicht da, wo man sie erwartet habe. Man solle nicht aufgeben, Gott zu bitten, denn Gott segne gerne und immer zum richtigen Zeitpunkt.
Göttliches Wunder
Der Vorsteher der Gemeinde Bad Eilsen, Evangelist Peter Bachler, sagte, dass ihn zwei Dinge besonders berührt hätten. Zum einen die Erklärung der Sitte, dem Gast Hausschuhe zu geben, damit dieser sich wohlfühle. Wenn man aus dem Garten komme und noch Erde an den Schuhen klebe, könne es sehr erholsam sein, diese schwere Last abzulegen. Zum anderen das Angebot, aus diesem Gottesdienst etwas ganz Persönliches mitzunehmen. Das sei ein göttliches Wunder, dass der Herr, wenn wir uns ihm öffnen, trotz einer großen Anzahl von Geschwistern doch für jeden etwas ganz Persönliches bereithalte.
90 Amtsjahre in den Ruhestand verabschiedet
Der Apostel sagte, dass es ihm am Nachmittag ganz schwer geworden sei, als er sich vorbereitend mit den Bildern und Lebensläufen von Priester Peter Schilling, Diakon Manfred Koch und Diakon Heinz Seeger beschäftigt habe - 90 Amtsjahre müsse er nun aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand verabschieden! Voller Liebe und Geradlinigkeit hätten sie immer wieder gedient, immer wieder nach dem Wohl der Gemeinde gefragt. Er sei voller Dankbarkeit „dass wir uns hatten, dass wir uns haben und dass wir uns bleiben“.
Nach Sündenvergebung und Abendmahlsfeier legte der Apostel der Gemeinde noch eine tiefe Vorfreude auf das Pfingstfest in das Herz und beendete den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
Text: hpt / khb Fotos: rs
Einen Bericht aus der Schaumburger Landeszeitung (pdf 277 mb) finden Sie unter Presse
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