Berichte
Treu bleiben bis zuletzt - JugendgottesdienstSonntag, 20.04.2008
Minden-Mitte. Am 20.04.2008 diente der Bezirksälteste Raimund Knoll den Jugendlichen des Bezirkes incl. der Konfirmanden 2008 und 2009, sowie deren Eltern in der Kirche Minden-Mitte mit dem Wort aus Sprüche 4, Vers 26:
„Lass deinen Fuß auf ebener Bahn gehen, und alle deine Wege seien gewiss.“
Nach dem Verlesen des Wortes begann der Gottesdienst traditionsgemäß mit einem Film über die Konfirmandenfreizeit in Mardorf. Es wurde gezeigt, was die neuen Jugendlichen erlebt haben und außerdem hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich in einem Interview den Gottesdienstteilnehmern vorzustellen.
Zwei Geschenke für die Jugend
Danach wurden die neuen Jugendlichen nach vorne vor den Altar gebeten. „Heute bekommen die Konfirmanden sogar zwei Geschenke“, sprach der Älteste und meinte zunächst die kleinen Willkommenspräsente, die Benjamin Quint, stellvertretend für die ganze Jugend, daraufhin jedem einzelnen überreichte. Das zweite Geschenk, was die neuen Jugendlichen noch erhalten sollten, war etwas von langfristiger Dauer. Das neu eingerichtete Jugendteam des Bezirkes hatte im Vorfeld Patenschaften für die Konfirmanden organisiert. Die Paten sollen die neuen Jugendlichen an die Hand nehmen und in der ersten Zeit mit ihrer Erfahrung in die Jugend einführen. Die Paten kamen nach vorne, stellten sich zu den Konfirmanden und jeder nahm seinen Nachbarn an die Hand, während die Gemeinde „Gib mir die Hand, die meine reich’ ich dir“ sang. Daraufhin führten die Paten die neuen Jugendlichen in die Gemeinde.
Der Bezirksälteste nahm das Beispiel der Handreichung zu Beginn seiner Predigt auf und verwies darauf, dass jeder eine Hand brauche, die ihm entgegengestreckt wird. „Auch ich brauche eure Gebete“, sagte er und bat die Jugendlichen weiterhin im Kindessinn zu stehen, sodass eine helfende Hand für jeden einzelnen erlebbar werde.
Im darauf folgenden 27. Vers des Textwortes steht „Weiche weder zur Rechten noch zur Linken“, was der Bezirksälteste auf die Aussage übertrug „Halte meine Gebote und du wirst leben“. Das besondere für die jungen Christen sei, dass sie nicht nur einen Weg gehen, sondern auch ein Ziel verfolgten. Der Älteste sprach von einer Wanderung, bei der zwei sich liebende Menschen durch einen Erdrutsch getrennt würden. Die Liebe sorge dafür, dass beide Personen versuchen würden, irgendwie zu dem anderen hinzukommen. „Ich habe ein Ziel in meinem Leben und der Weg, der da hin führt ist bereits begangen worden“, führte der Bezirksälteste aus und sprach damit Jesus an, der damals das Opfer für die Christen gebracht habe. Natürlich werde es Probleme auf dem Weg geben, der zum Ziele führt, aber man könne sich sicher sein, dass der Weg gangbar ist.
Schwierige Situationen bewältigen lernen
Mögliche Enttäuschungen könnten beispielsweise in der Schule oder im Beruf auftreten. „Man ist in einer schwierigen Situation, der Jugendleiter kommt dir in der Stadt entgegen und grüßt dich nicht“, nannte der Bezirksälteste ein mögliches alltägliches Beispiel. „Wenn dann noch dazu kommt, dass der Vorsteher auch nicht erreichbar ist und der Älteste nicht sofort auf die geschriebene Mail antwortet, fühlt man sich einfach nicht mehr geliebt.“ Jeder kenne solche Situationen, aber dann sei es hilfreich, wenn jemand da ist, der sagt „sei nicht so negativ“ oder „ich bin doch für dich da“. Man solle sich in solchen Situationen immer auch die Frage stellen, ob man schon gebetet oder auf Situationen von früher zurück geblickt habe. Ein Rückblick helfe manchmal, Dinge aus der Welt zu schaffen.
Titanic-Gefühl gegen Jacobs-Gefühl tauschen
Im Folgenden ging der Bezirksälteste auf die Möglichkeiten ein, die einem links und rechts geboten würden. Auf der einen Seite könne man die Auffassung bekommen, gar nichts mehr tun zu müssen und auf der anderen Seite bestehe die Möglichkeit in eine „Parkstation“ zu kommen. Beide Ansichten seien falsch. Er rief die Geschwister auf, den Blick vom „Titanic-Gefühl“ abzuwenden und das „Jakobs-Gefühl“ in sich zu tragen. Die Menschen auf der Titanic hätten bei dem Untergang das letzte Mal gesungen, Jakob aber fühlte sich alleine, legte sich schlafen und sah im Traum, dass er nicht alleine war, denn Gott war die ganze Zeit bei ihm und das erkannte er.
zwischen mir und euch ist nur Liebe
Zum Abschluss seiner Predigt gab der Bezirksälteste die Empfehlung, vielleicht einmal langsamer zu gehen, aber sich nicht abhängen zu lassen, denn die Abgehängten einer Gruppe seien zwar immer noch auf einem Weg, aber würden das Ziel aus den Augen verlieren. Es sei wichtig, vorne direkt hinter den Aposteln seinen Weg zu gehen. Mit den Worten „zwischen mir und euch ist nichts trennendes, zwischen mir und euch ist nur Liebe“, schloss der Bezirksälteste seine Predigt und bat noch einmal darum, sich im Geiste die Hände zu reichen, da alle das gleiche Ziel verfolgten.
Bezirksevangelist Jürgen Meyer sprach im Mitdienen von einer tiefen Dankbarkeit, die in seinem Herzen stünde. Auch er habe kein Gefühl von Abstand zu den Jugendlichen und erinnerte an die Zeit, als er in die Jugend kam. Damals habe es nicht viel gegeben, nur den Jugendleiter und einige Jugendliche, die viel älter als er waren. Mit 17 Jahren sei er dann nach Herford zur Ausbildung gegangen und dort fragte ihn sein Chef, ob er mit in die evangelische Kirche kommen wollte. Der Bezirksevangelist konnte auch noch zwischen anderen Angeboten wählen, entschied sich aber zuletzt für die neuapostolische Kirche und fand dort im ersten Gottesdienst Jugendliche in seinem Alter, die ihn an die Hand nahmen und führten, gleich wie die Paten die neuen Konfirmanden an die Hand nehmen sollen.
Der Bezirksevangelist sprach weiterhin davon, dass er als Jugendlicher zu einer Veranstaltung am Wochenende fahren wollte und ihm ein Hund vor das Auto gelaufen sei. „Gott hat an dieser Stelle eingegriffen und mir gezeigt, dass ich dort nicht hinfahren sollte“, führte er aus und leitete zu Jesus über, der damals auch vielen Versuchungen ausgesetzt gewesen sei. Aber Jesus sei Gott, seinem Vater, treu geblieben und das wünsche er auch den Jugendlichen, treu zu bleiben bis zuletzt.
Der Bezirksjugendbeauftragte Michael Bartke dachte unter dem Dienen des Bezirksältesten an seine Konfirmation zurück und erwähnte, dass es bei ihm auch Patenschaften gegeben habe. Natürlich hätte sich das starre Regelwerk von damals weiter entwickelt, aber auch eine Patenschaft sei kein „Allheilmittel“, das alles regelt. Nur Gott könne alles regeln. In diesem Zusammenhang sprach er noch einmal das Beispiel des Bezirksältesten von den beiden Liebenden an, die ein Hindernis trennt. Zum Abschluss bat er die Jugendlichen sich alle Gebete eines jungen Jugendlichen sichtbar vorzustellen. „Auf alle Gebete hat Gott reagiert, aber manchmal merken wir das nicht“, sagte der Bezirksjugendbeauftragte und wünschte sich für die Zukunft ein schönes Miteinander in der Jugend.
Vor dem Abendmahl sagte der Bezirksälteste noch, dass jeder von uns einen Menschen brauche, der ihm sagen würde, wenn es einem schlecht gehe, dass es Zeiten gab, in denen wir glücklich waren.
Nach dem Gottesdienst gab es noch für alle interessierten Jugendlichen und Eltern einen Vortrag von Benjamin Quint über den Europäischen Jugendtag 2009, in dem allgemeine Informationen gegeben wurden.
Benny Quint Fotos: Detlef Dierssen