Berichte

Neue Wahrheit und KlarheitSonntag, 06.04.2008

Minden-West. Am 6. April 2008 besuchte Apostel Walter Schorr die Gemeinde Minden-West. Er legte dem Gottesdienst ein Textwort aus Offenbarung 2, Vers 10 zugrunde:

„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“


Zunächst hieß der Apostel die Geschwister aus Zeit und Ewigkeit am Altar Gottes herzlich willkommen und wünschte allen ein besonderes Gotterleben und dass viel Frieden in die Seelen hineinfließen möge. Wie Jesus nach der Auferstehung mit dem Gruß „Friede sei mit euch“ in den Kreis der Jünger getreten sei, so solle nun der Friede des Siegers von Golgatha in jede Seele gelegt werden und dieser Friede solle von jedem auch ins tägliche Leben mit hineingenommen werden. Auch solle jeder zu neuer Wahrheit und Klarheit kommen, wie auch Jesus zwischen Ostern und Himmelfahrt in vielen Begegnungen zu neuen Sehensweisen und Erkenntnissen verholfen habe.

Der Chor habe zu Anfang gesungen: „Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil!“, die Emmausjünger aber hätten damals zunächst nur Abstand gewinnen wollen. Als „Toren“ und „trägen Herzens“ habe Jesu sie tituliert. Aber er erklärte ihnen die Geschehnisse und als er weitergehen wollte, nötigten sie ihn, mit in die Herberge zu gehen. Da brannte wieder das Feuer der Begeisterung, der Klarheit und Wahrheit und sie kehrten sofort nach Jerusalem zurück (Lukas 24, Vers 13 ff). Auch wir würden uns manchmal fragen, ob das alles so richtig sei, wo denn der Segen des Herrn bliebe. Man könne Gott dann auch einmal nötigen und ihn fragen: „Wolltest du das, dass es mir jetzt so geht?“ und ihn bitten, neue Wahrheit und Klarheit zu schaffen. Mit sprühender Begeisterung sei es dann möglich, den Glauben, die erste Liebe, die Opferbereitschaft neu zu entdecken.

Mit Blick auf das Textwort ging der Apostel auf die Treue ein. Die ersten Christen seien bei einem Bekenntnis zu ihrem Gott arg bedrängt worden, hätten dieses Bekenntnis sogar manchmal mit dem Leben bezahlt. Das sei heute zwar nicht mehr so, aber an der Wichtigkeit der Glaubenstreue habe sich nichts geändert. Die ersten Menschen im Paradies hätten keine Sorgen gehabt, aber in paradiesischen Zuständen könne man leicht übermütig werden. Aus Sicherheit könne so innere Unordnung entstehen. Man müsse manchmal seinen Glauben beweisen. 12 Kundschafter hatte Mose ausgesandt, 10 kamen zurück und sagten, die Menschen seien zu groß und die Mauern zu hoch, Josua und Kaleb jedoch bewiesen Treue und Glauben und sagten, dass man mit des Herrn Hilfe das Land einnehmen könne.

Man solle eine Haltung haben wie Ruth, die zu ihrer Schwiegermutter sagte: „Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte.“ (Ruth 1, Vers 16). Rede mir das nicht ein, dass ich mehr Abstand zu Schwester und Bruder, zu den Amtsträgern haben solle. Dann erwähnte der Apostel noch Thomas. Der Bezirksevangelist Zillmer habe in einem Jugenddienst in Herford gesagt, Thomas sei kein Zweifler gewesen, er habe nur alles richtig begreifen wollen. Allerdings solle man seinen Glauben eigentlich nicht an Bedingungen knüpfen. Gott ließe sich nicht erpressen. Neulich habe er jemand sagen hören, er habe mit Gott einen Deal gemacht, das sei eine fragliche Sache. Gott mit ehrlichem Herzen begreifen zu wollen sei etwas Anderes.

Weiter wies der Apostel auf die Wichtigkeit des Gebets hin. Wenn er zu seiner Frau sage:“Lass uns eben ’mal beten.“, dann sei das schon eine ganz falsche Einstellung. Im Gebet müsse man sein Herz und sein ganzes Anliegen fühlen. Und wenn man das Gefühl habe, das Gebet dringe nicht zu Gott durch, dann müsse man es eben nach einer halben Stunde erneut versuchen. Daniel habe sich trotz des Verbots nicht von seiner Kraftquelle, dem Gebet, abschneiden lassen.

Dann bat der Apostel alle Geschwister zu einer „Wohlfühlgemeinde“ beizutragen. „Da wo wir sind, wollen wir das tun, was wir können,“ sagte er. Jeder solle sich mit seinen Gaben einbringen und das tun, was in der Gemeinde getan werden könne und manchmal getan werden müsse. Man solle sich nichts zurechtbiegen, sondern Treue auf allen Ebenen beweisen. Zum Beispiel nicht nach Gefühl vom Überfluss opfern, sondern wie einst die Witwe von Herzen dem Herrn das Seine geben. Man solle immer auch bedenken, dass das eigene Leben ohne Gott eine ganz andere Richtung genommen haben könne.

Priester Horst Höltkemeier, der nach 47jähriger Amtszeit das letzte Mal hinter den Altar trat, bezeichnete den Gottesdienst mit dem Apostel als einen Fest- und Feiertag für die Herzen. Jeder habe sich neu die Frage stelle müssen: „Wo stehe ich?“ Und man müsse sich nun entsprechend ausrichten, damit man einst sagen könne: „Wir waren eine Wohlfühlgemeinde und wir haben Gott die Treue gehalten.“ Und dass man einst sehen könne, was man heute glaube. Abschließend dankte er der Gemeinde, dass sie ihn auf betenden Händen getragen habe.

Die Versiegelung von zwei Kleinkindern wurde vom Gemischten Chor mit dem Lied „Mit dem Herrn fang alles an!“ (Gesangbuch Nr. 32) eingeleitet. Der Apostel freute sich, dass die Eltern mit ihren Kindern dies auch tun wollten, das könne man fühlen. Wie Stammapostel Leber zum Jahresanfang mit auf den Weg gegeben habe, könne man mit Gott Grenzen überwinden, Dinge würden möglich, die nach eigenen logischen Überlegungen unmöglich schienen. Dann legte er den Eltern ans Herz, Vorbilder für ihre Kinder zu sein – im Glauben, in der Treue, in der Ehrfurcht und Gottesfurcht und zu Hause für sie ein Bethanien zu schaffen, eine Oase der Ruhe, eine Friedensstätte. Nach der „Heiligen Versiegelung“ wünschte er den Familien, dass Gott seine Hand segnend über sie und ihre Kinder und ihr Haus halten möge.

Nach dem „Heiligen Abendmahl“ entband der Apostel Priester Horst Höltkemeier und Unterdiakon Michael Oesker von ihren Ämtern. Er dankte beiden für ihre langjährige Tätigkeit und bat sie, auch im Ruhestand weiter mitzuhelfen. Wie es im Lied heiße „nimmer vergeht, was du lieben getan“ (NR. 437) habe alles Bestand, was sie aus Liebe an den Geschwistern oder für Gott getan hätten.

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Heide Patzert Fotos: Hans-Jürgen Pachur