Berichte

Aussaat und ErnteMontag, 08.06.2009

Stadthagen-Obernkirchen. Am Mittwoch Abend, den 03.06.09, besuchte Bischoff Michael Eberle die Gemeinde Stadthagen-Obernkirchen. Der Gottesdienst stand unter dem Wort aus Matthäus 13, die Verse 31-32:

Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter.


Eingehend auf das Lied der Sänger „Gib mir mehr von deinem Geiste“ (CM16) wies Bischof Eberle auf die Parallelen zum vergangen Pfingstfest hin. An Pfingsten kam der „Heilige Geist“ als Tröster zu den Jüngern. Der „Heilige Geist“ überlässt es jedem, seine Entscheidung zu treffen; er sei eher der „stille Mahner“, der auf Gefahren aufmerksam mache. Noch heute würde sich der „Heilige Geist“ durch die Predigt an uns wenden und uns vermitteln, wie wir das Glaubensziel erreichen könnten. Auch schafft er Sicherheit im Glaubensleben. Die Wirksamkeit des „Heiligen Geistes“ würde u.a. durch die Sündenvergebung sichtbar.

In der damaligen Zeit habe Jesus zum besseren Verständnis zu den Menschen in Gleichnissen gesprochen, so Bischof Eberle. Im 13. Kapitel des Matthäusevangelium gäbe es mehrere Bildnisse:

  • Vierfacher Acker
  • Unkraut unter dem Weizen
  • Senfkorn und Sauerteig
  • Schatz im Acker und der Perle

Vierfacher Acker (Matthäus 13, Verse 18-23)
Die Annahme des Wortes Gottes wäre fundamental wichtig. Manchmal hätte man aber unterschiedliche Einstellungen zum Gottesdienst. Dies solle kein Wertung sein, so Bischoff Michael Eberle.
Hin und wieder fiele darum das Wort Gottes unter Dornen. Dieses könnten Einflüsse von außen sein.
Wo aber das Wort Gottes auf gutes Land fiele, könne es gedeihen, sich vermehren und geerntet werden.

Unkraut unter dem Weizen (Matthäus 13, Verse 24-30)
Zu diesem Bildnis gäbe es einen historischen Bezug. Damals gab es ein bestimmtes Unkraut, welches dem Weizen sehr ähnlich war. Zur Erntezeit hatte das Unkraut eine schwarze Ähre. Also ließ man beides wachsen und bei der Ernte konnte man so das Unkraut vom Weizen unterscheiden.

Senfkorn und Sauerteig (Matthäus 13, Verse 31-34)
Das Senfkorn ist das kleinste Samenkorn, welches aber ein großes Wachstumspotenzial habe. Genauso wie der "Heilige Geist".
Die Juden kannten den Sauerteig, doch war er ihnen verboten. Aber darum ginge es in dem Bildnis nicht, so der Bischof. Ausschlaggebend sei, dass eine kleine Menge Hefe eine große Menge Teig verändere.

Schatz im Acker und Perle (Matthäus 13, Verse 44-46)
Die Rechtsgrundlage wäre heute wie damals die gleiche. Würde ein Schatz im Acker gefunden, so gehöre dieser dem Besitzer des Ackers und nicht dem Finder. Wer das geistige Bürgerrecht am neuen Jerusalem besitze, der zöge dort nicht automatisch ein, sondern der, der das Ziel erreiche.
Der im Gleichnis genannte Kaufmann wollte unbedingt die Perle besitzen. Er legte die Priorität auf den Besitz dieser Perle. Alles andere war ihm egal.

Evangelist Peter Bachler wies in seinem Mitdienen darauf hin, dass die vom Bischoff Eberle erwähnten Bildnisse wohl allen bekannt seien. Auf den Pfingstgottesdienst wurde, wie in den Jahren zuvor, darauf „hingearbeitet“. Denn Pfingsten sei kein Augenblickserlebnis. Um uns herum lebten viele den Augenblick bzw. ihr momentanes Glücksgefühl.

Eine Ernte setze einen Reifeprozess voraus. So sei es auch mit der Seele. Durch Auskaufen der einzelnen Gottesdienste würde die Seele vollendet. Auch nehme man Hinweise und Ratschläge für den Glaubens- und Lebensweg mit, welche in bestimmten Situationen weiterhelfen würden.

In seinem Wortbeitrag ging Bezirksevangelist Jürgen Meyer darauf ein, dass das Ziel des Glaubens das Himmelreich sei. Viele Menschen sprächen davon, dass sie dieses Ziel gerne erreichen möchten, aber sie hätten nicht den richtigen Reifegrad.
Als Kind sei er auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er könne sich noch gut daran erinnern, dass sein Vater die Saat mit dem Tuch ausgesät hätte. Dabei sei nicht alles auf den vorbereiten Acker gefallen. Aber nur was auf den vorbereiteten Acker gefallen war, konnte ausreifen und wurde später geerntet.
So sei es auch bei unserem vorbereiteten Herzensboden. Nur was darauf falle, könne ausreifen und uns helfen, das Ziel zu erreichen.

Am Ende des Gottesdienstes erwähnte Bischoff Michael Eberle, dass er vor einigen Jahren in Niedersachsen an einer Landscheide (Geest/Marsch) gelebt hätte. Beides wäre auf seine Art guter Boden, wenn er richtig vorbereitet wäre und der richtige Samen darauf ausgesäht würde.

Bildergalerie
 

ms/wm