Berichte
Entscheide Dich souverän für den Herrn – es lohnt sich!Freitag, 21.03.2008
Sulingen. Als souverän bezeichnet man die sichere oder überlegene Beherrschung einer Aufgabe, ist bei Wikipedia zu lesen. Der Bischof erklärte wie man das Glaubensleben sicher und überlegen beherrschen kann.
Karfreitag, 21.03.2008, diente Bischof Michael Eberle den Geschwistern der Gemeinde Sulingen mit dem Textwort aus Lukas 23, Vers 46:
Und Jesus rief laut:
Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!
Und als er das gesagt hatte, verschied er.
Bischof Eberle hieß zunächst alle Gottesdienstteilnehmer herzlich willkommen und wies dann darauf hin, dass der Opfertod Jesu ein wichtiger Augenblick im Erlösungsplan unseres Gottes sei. Dadurch konnte der Zugang zu Gott gegeben werden.
Bezogen auf das Lied der Sänger (M 341, Strophe 4, hier insbesondere auf den Trostkelch) und auf das Karfreitags-Erleben sagte der Bischof, dass wir daraus viele Parallelen zu unserem Leben ziehen könnten. Wenn es uns einmal so erginge, dass wir nicht weiterwüßten, könnten wir vom Verhalten Jesus lernen. Der liebe Gott sei mit uns und habe immer einen Trostkelch für uns.
Im Wort Gottes liege immer Trost. Er sei mit uns und lasse uns nicht alleine. Auch wenn manche Situationen vielleicht besonders dunkel waren, konnten wir die Hand des Herrn ergreifen und wir sind durch die Verhältnisse gekommen. „Auch mit Dir ist der Herr. Wenn Du im Glauben an den Altar kommst und seine Hilfe willst, dann ist der Herr mit Dir!“ so der Bischof.
Als Petrus bei der Verhaftung Jesu sein Schwert zog und dem Kriegsknecht ein Ohr abschlug, erinnerte Jesu ihn daran, dass die Schrift erfüllt werden müsste. Aus seiner Macht heraus hätte er die Situation verändern können, er fügte sich aber in den Willen seines Vaters. Der Bischof stellte die Frage, wie es denn bei uns sei, wenn wir in so eine Situation gerieten. Haben wir dann den Eindruck, wir sind ganz alleine? Könnten wir sagen: „Es muss so sein, wie der Herr es will. Ich vertraue auch jetzt auf ihn“?
Oder hätten wir manchmal gefragt: „Lieber Gott, wo bist Du?“ Dieses Verhalten sei natürlich, aber wir wollen dem Herrn vertrauen und nicht das Verhältnis zu ihm in Frage stellen. Jesus sei ein großartiges, einmaliges Vorbild. Er bewies Souveränität im Leid, in Kämpfen und in ganz besonderen Verhältnissen. Nehmen wir ihn uns als Vorbild.
Als Jesus am Kreuz hing und Qualen litt, stellte er auch die Frage „Mein Gott, hast Du mich verlassen?“ um dann anschließend zu sagen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Niemand von uns wünsche sich Leid, aber manchmal kämen Tage, da sei alles anders. Nichts ist mehr so, wie es war. „Wirf dann dein Vertrauen nicht weg. Gott ist bei Dir. Dieses diene zur Ausreife und Vollendung“ so der Rat des Bischof.
In der Heiligen Schrift könne auch von weiteren Persönlichkeiten gelesen werden, wie sie sich in der Versuchung bewährt hätten:
Hiob - er lobte Gott auch in der größten Bedrängnis
Josef – er widerstand der Versuchung am Königshof
3 Männer im Feuerofen – sie beteten nur ihren Gott an
Daniel – er schreckte auch nicht vor dem Löwengraben zurück
Auch wir sollten uns immer fragen, ob wir nach den Geboten und Gesetzen Christi und als ein souveränes Kind Gottes handeln. Dann gelinge es uns, dass wir nicht mutwillig sündigten. Wir wollen Gott nicht enttäuschen, auch wenn wir zur Sünde aufgefordert würden. Manchmal könne man eine gewisse Müdigkeit feststellen und manchmal fehle es uns an gewissen Begegnungen mit dem Herrn. Setzen wir unsere Hilfe allein auf ihn.
Wir dürfen mit allem zum Herrn kommen. Auch wenn die Frage immer wieder aufkäme: „Warum oder Vater, was willst Du?“, sollten wir uns durchringen und sagen: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe“. Es lohne sich, dem Herrn zu vertrauen. Im Nachschauen würden wir es erleben.“
Als Jesus die Worte sprach „Es ist vollbracht“, habe er ausschließlich im Willen seines Vaters gehandelt. Durch diese Tat dürfen wir die Liebe und den Trost Gottes erfahren und ewige Gemeinschaft mit Gott und seinem Sohn haben. Das Karfreitags-Geschehen sei nicht von Ostern zu trennen, so der Bischof. Über allem stehe der Sieg, der dazu geführt hätte, dass wir beim Herrn sein dürften und das Abendmahl zu uns nehmen könnten.
Priester Reinhold Röper, der Vorsteher der Gemeinde Sulingen, wies darauf hin, dass am Karfreitag besonders an das Opfer Jesu gedacht würde. Man nenne den Karfreitag auch „den stillen Tag“.
Jesus war vollkommen und ohne Sünde und hat dennoch sein Leben gegeben. Er hat unsere Sünde auf sich genommen und hat dafür sein Leben gelassen.
Priester Röper schlug dann einen Bogen vom 'Tod des sündlos gelebten Jesu' zum 'würdigen Genuss des Heiligen Abendmahls' und machte deutlich, das wir dieses viel bewegter und intensiver erleben würden, wenn wir uns bewusst machten:
- wie wurde Jesus für dieses Opfer gequält
- wie viel musste er erleiden
- im entscheidenden Augenblick war er ganz allein
Gott, sein Vater, war aber bei ihm, als er das Opfer für Dich und mich gebracht hat.
Das ist Liebe pur und Größe
Auch wir erlebten manchmal unseren Karfreitag. Dann könnten wir uns auch die Frage stellen: „Warum lässt der liebe Gott das zu?“. Wenn wir so einen Karfreitag er- und durchlebten, also nicht in diesem stehen blieben, dann bedeute dies innerliches Wachstum. Man habe gekämpft, gesiegt und an Erkenntnis gewonnen: „Der Herr war mit uns“.
Hirte Lothar Ney, der Vorsteher der Gemeinde Minden-Mitte, unterstrich die Kernaussage dieses Gottesdienstes: Souveränität.
Er stellte die Frage, was wohl gewesen wäre, wenn Jesus nachgegeben und das Opfer nicht gebracht hätte. Jesu habe allen Versuchungen getrotzt und konnte so seinen Auftrag im Vorleben erfüllen. Er habe sich souverän für das Göttliche und gegen das Menschliche entschieden.
„Wir brauchen nicht traurig zu sein, auch wenn das Geschehen sehr belastend ist. Aber wir sehen auch Ostern“, so der Hirte und er sprach davon, dass sich heute noch einige Christen zu Ostern mit den Worten begrüßen „Unser Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden“.
Heute müssten wir noch glauben, dass der Herr Jesus wiederkommt, dann aber würden wir es erfahren!
Bischof Eberle leitete dann auf das Heilige Abendmahl über und verwies auf den Teich Bethesda. Der erste, der sich in diesen Teich eintauchte, wurde gesund. Viele Jahre lag dort jemand und hoffte auf Genesung. Es war aber niemand da, der ihn in die Fluten trug und aus eigener Kraft schaffte er es nicht.
Der Bischof wies darauf hin, dass Gnade und Vergebung vorhanden seien, es aber vielleicht jemanden gäbe, den diese Welle der Gnade und Vergebung nicht erreiche, weil ein anderer ihm nicht vergeben könne. „Nicht zu vergeben bedeutet, dem anderen die Freiheit nicht zu gewähren. Das Wasser in Bethesdas Hallen bewegt sich und wir wollen die ersten sein, die vergeben.
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Maya Möller