Berichte
Wiedereinzug nach Renovierung Minden-NordSonntag, 13.07.2008
Wegweisung
Minden-Nord. Zum Wiedereinzug in die frisch renovierte Kirche Minden-Nord besuchte Bischof Michael Eberle die Gemeinde am Mittwochabend, dem 2. Juli 2008. Nach dem Eingangsgebet, unter anderem um ein besonderes Maß an Frieden bitten, und der Überbringung der Grüße des Apostels, las er ein Wort aus Psalm 16, Vers 11:
„Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.“
Der Gemischte Chor unterstrich mit der Aussage „Weise mir, Herr, deinen Weg...“ (Chormappe 135) das Psalmwort und so fragte der Bischof zunächst die Gemeinde, ob das denn so sei, ob jeder Wegweisung erfahren wolle zu dem verheißenen Ziel. Es sei doch gerade so schön hier in der Gemeinschaft, in der neu renovierten Kirche. Viele hätten mitgearbeitet und es sei schon mit besonderen Empfindungen verbunden, nun alles vollendet zu sehen und sich nach einigen Wochen wieder in der Heimatgemeinde versammeln zu können. Doch so schön es jetzt hier in der Gemeinschaft sei, der Blick gehe immer wieder in die Zukunft, zu dem Ziel, das der Herr verheißen habe.
Man stehe oft vor Entscheidungen, an einer Weggabelung und frage dann den lieben Gott nach dem rechten Weg. Was man tun solle in einer bestimmten Arbeitssituation, um Frieden zu haben, um sich aus manchem Schweren zu erheben. „Vom Herrn kommt uns Hilfe!“, versprach der Bischof.
Gottes Zuwendung.
Wie sich in den Psalmen der Herr dem Psalmisten zugewendet habe, so wende sich der Herr auch uns zu. „Wir sind sein Volk, seine Kinder! Deshalb dient er uns mit viel Liebe.“, so der Bischof und weiter: „Ist uns das bewusst, dass er sich mit seiner ganzen Liebe und Güte uns zuwendet?“ In dem vorgelesenen Psalmwort sei vom Weg des Lebens die Rede. Das sei zunächst unser aller Weg, aber auch für die, die unsere Wege auf der Erde kreuzten und auch für die Seelen in der Ewigkeit.
Dann seien die Empfindungen angesprochen, die sich zur Rechten des Herrn einstellten: Freude und Wonne. Bei einer guten Ernte sei früher die Freude groß gewesen, ebenso könne man sich auch über die Gaben Gottes freuen; solch eine Freude solle uns erfüllen. Das sei aber noch nichts gegen die einstigen Freuden, die Freude und Wonne auf dem Ehrenplatz zur Rechten des Herrn. Das solle die Grundstimmung sein, Freude und Wonne, das helfe über manche Probleme, über manches Schwere hinweg.
Gott kennt den Weg.
Manchmal möchte man gern in die Zukunft schauen, Saul zum Beispiel wollte eine Rat haben, der in die Zukunft wies. Das sei bei uns manchmal auch so, aber in der Rückschau müsse man auch oft sagen: „Gut, dass ich nicht wusste, was alles kommt, ich hätte mir große Sorgen gemacht!“ Es sei am Besten, einfach auf die Führung Gottes zu vertrauen.
Das Volk Israel hätte bei seinem Auszug aus Ägypten zunächst keinen Weg vor sich gesehen, erst durch ein Wunder Gottes sei ein Weg entstanden, habe sich das Wasser geteilt. Dann sei das Volk auf dem Weg nach Kanaan am Tag von einer Wolkensäule und nachts von einer Feuersäule geleitet worden. Wenn Gott mit Mose habe reden wollen blieb die Wolkensäule stehen und Mose ging in die Stiftshütte. Was geschehe, wenn der Herr mit uns reden wolle, auf die Gefahren der Zeit hinweise, neue Erkenntnis vermittele, den Weg weise. In dieser Zuwendung des Herrn liege Bewahrung – aber Nachfolge und Glaube an das Apostelamt sei notwendig.
Die Zusage des Herrn: „Ich will dich leiten mit meinem Aug’...“ sei auch als Ruf an die Ewigkeit gerichtet. Und dabei seien uns alle angenehm, die den Herrn suchen würden. Ein Arzt sortiere auch nicht nach Krankheiten, sondern jeder Patient werde behandelt. Der Weg zum wahren Leben sei auch für diese Seelen da. Und wir könnten eine Feuersäule sein für die Ewigkeit.
Bezirksevangelist Jürgen Meyer sagte zunächst, dass die Gemeinde am Abend wie einst das Volk Israel durch einen Lichtstrahl des Herrn auf dem Weg weitergeführt worden sei. Dann sprach er aber auch davon, wie es sei, wenn man das Ziel aus den Augen verliere, wenn sich der Blick trübe durch Krankheit, Kümmernisse, berufliche Probleme. Elia habe in solch einem Zustand den Herrn gebeten: „... so nimm nun Herr meine Seele ...“ (1. Könige 19, 4) Der Herr habe die Bitte aber nicht erfüllt, sondern einen Engel gesandt und Elia sagen lassen: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (1. Könige 19, 7). Für solch einen Weg sei es wichtig, Freude im Herzen zu haben. Wenn man freudig seinen Weg ziehe, fühle man sich wohl, wie er sich auch am Abend hier wohlgefühlt habe in den frischen, hellen Farben und der freudigen Gemeinde.
Der Bezirksälteste Raimund Knoll wies auf die Juden zur Zeit Jesu hin, sie hätten nicht jubiliert, sondern seien skeptisch gewesen, als Jesu von sich sagte „Ich bin der Weg“. Sie widersprachen und sagten „Mose hat uns geführt!“. Gott führe jedoch sein Volk immer zeitgemäß, zu jeder Zeit, wie es angebracht sei, so der Bezirksälteste. Wenn wir an einer Weggabelung stünden, sollten wir immer überprüfen, wohin der Weg gehe. Wenn er zu einem falschen Ziel führe, wäre es dumm, ihn einzuschlagen.
Dann sagte er noch, dass man oft Blicke zwischen Mutter und Kind sehen könne, sie würden sich ohne Worte verstehen. So könnten wir sicher sein, das auch Gott uns verstehe, wenn wir in unseren Gebeten zu ihm aufblickten.
Zum Abschluss sagte der Bischof, dass, wer diesen Weg gehe, Freude erlebe, die sich bis zu Wonne steigere. Es sei in dieser komplizierten Zeit ein großes Privileg zu wissen, der Herr leitet uns. Manchmal würde man sich auch falsch entscheiden, einen Irrweg einschlagen. Man solle sich unter dem Wort überprüfen und eventuell umkehren. Der Herr ziehe nicht zurück und nun sei die Möglichkeit, Gnade zu erhalten. Wir würden nun gemeinsam als Gnadensuchende vor dem Herrn stehen, da sollten wir auch vergebungsbereit sein, keine Vorurteile haben oder uns von durch Erziehung angeeigneten Denkschemata behindern lassen.
hpt / rk