Berichte
... er hat Geduld mit euch! Sonntag, 15.06.2008
Am Sonntag, dem 15. Juni 2008 diente Bischof Michael Eberle den Geschwistern aus Porta Westfalica in der Neuapostolischen Kirche in PW-Hausberge. Er legte dem Gottesdienst das Wort aus 2. Petrus 3, Vers 9 zugrunde:
„Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.“
Der Wunsch, dem der Gemischte Chor mit dem Lied „Herr, komme bald!“ (Chormappe Nr. 19 ) Ausdruck verliehen hatte, solle täglich im Herzen stehen und das Handeln bestimmen. „Steht in unserer schnelllebigen Zeit noch das Kommen des Herrn im Mittelpunkt? […] Wie oft stellen wir uns die Frage: ’Wann kommt der Herr?’“, fragte der Bischof. Der Wunsch nach dem Kommen des Herrn solle aber nicht durch unangenehme äußere Zu- und Umstände bedingt sein, sondern die Kernfrage sei: „Bin ich bereit?“
In dem Bibelwort sei von der Geduld Gottes die Rede, noch sei Gnadenzeit, noch sei Zeit sich zu ändern, noch habe der Herr Geduld mit uns. Jeder sei nun aufgerufen, den eigenen Zustand zu überprüfen, sich zu fragen: „Was hat das Wort Gottes bisher bei mir bewirkt, wo gibt es bei mir noch Tätigkeitsfelder in denen noch etwas verbessert werden kann?“ ... vielleicht könne man mit dem Umsetzen des Wortes noch konsequenter sein... Vollkommenheit werde zwar nicht erwartet, aber was dem Einzelnen möglich sei, das müsse er auch tun.
Dann ging der Bischof auf den Begriff Buße ein, es gehe nicht darum abzukanzeln, zu kritisieren, sondern darum, eine positive Richtungsänderung zu erzielen – ein modernes Wort dafür sei Coaching. Wenn man nur ein wenig die Richtung ändere, so ergebe sich nach einer langen Wegstrecke doch eine große Abweichung vom Ziel. Es sei manchmal schwer, sich von manchen Dingen zu lösen. Wir sollten uns dann aber ganz dem Herrn zuwenden und wenn es einmal etwas zu sagen gäbe, und wenn es einmal hieße: „Jetzt musst du umkehren!“, dann sollten wir auf den Herrn achten und uns nicht einer Weiterentwicklung entgegenstellen. Wenn er einmal mit seinen Kindern ein Gespräch habe führen müssen, dann sei das sehr schwer gewesen und auch mit Tränen verbunden, aber solche Gespräche habe man nicht zu wiederholen brauchen.
Die 7 Sendschreiben (Offenbarung 2, 3) an die Gemeinden seien immer mit dem Aufruf zur Buße, zur Korrektur verbunden gewesen. Der Aufruf an die Gemeinde in Ephesus sei gewesen: „Tut Buße, ihr seid auf dem Weg, die erste Liebe zu verlassen!“ In der ersten Liebe zu stehen bedeute, seine Gaben überall da einzubringen, wo es möglich sei. Die Gemeinde in Pergamon wurde ermahnt, nicht fremden Geistesströmungen Raum zu geben. Auch uns flögen manchmal fremde Geister an, da müssten wir darauf achten, dass es zu keiner Richtungsänderung komme. In Thytira sollte der gottlose Lebenswandel geändert werden. Die gemeinsamen Gebete zum Beispiel seien da sehr wichtig. In Laodizea hatte sich ein gewisse Unentschiedenheit breitgemacht, alles wurde vertreten, alles geglaubt, es fehlte an Konsequenz, klarer Entschiedenheit. In Sardes war vieles zum Erliegen gekommen, es gab kein richtiges Leben mehr.
Wichtig sei es, darauf zu achten, immer Raum zu schaffen für den Herrn.
Evangelist Horst-Waldemar Schmuck schilderte zunächst sein Erleben am Morgen, als er bei seiner Ankunft die Kirche noch verschlossen vorgefunden hatte und er sich unwillkürlich die Frage stellte: „Ist der Herr gekommen?“ - „Wären wir bereit gewesen, wenn an diesem Sonntag der Auferstehungsmorgen gewesen wäre?“, fragte er nun sich und die Gemeinde. Man solle nicht fragen: „Wann kommt der Herr?“, sondern: „Bin ich bereit? Bin ich heute bereit?“
Dann erinnerte der Evangelist an Lot, der die Gesandten des Herrn als solche erkannt hatte und sie nötigte, in sein Haus zu kommen (eine Herzenseinstellung, die auch wir haben sollten!). Doch als Lot die Stadt verlassen sollte, war er nicht ganz einverstanden, er zögerte und hinterfragte, doch Gottes Liebe nahm Lot am Arm und führte ihn in Sicherheit. Der himmlische Vater habe überall solche Kräfte, die er auch jedem gerne gebe. Ihm selbst sei ein Bruder mit seiner besonderen Glaubensfreude schon lange eine nicht versiegende Kraftquelle.
Der Bezirksälteste Raimund Knoll fügte an, dass es unterschiedliche Einstellungen gäbe, die sich auch unterschiedlich auf die Seele auswirken – man könne mit Angst und Schrecken an das Kommen des Herrn denken oder man könne sich darauf freuen. Beim Tod seines Vaters sei er erschrocken, dass dieser nun die Wiederkunft des Herrn nicht erlebt habe, aber inzwischen habe er erkannt, dass der Vater ja nichts versäumt hätte. Gottes Plan beziehe auch die jenseitigen Bereiche mit ein.
Dann sagte der Bezirksälteste, dass Kinder, die aus Angst vor Strafe lernen, sich nicht gut etwas merken könnten. Oder wenn Kinder denken: „Das mache ich lieber nicht, sonst bekomme ich Ärger.“, sei das nicht die richtige Einstellung. Wenn sich dagegen die Kinder aus Liebe zu den Eltern bemühen würden, möglichst alles richtig zu machen, freue das Mama und Papa sehr. So freue sich auch Gott wenn wir an uns arbeiten und dieses oder jenes überwinden.
Zum Abschluss sagte der Bischof, dass wir nicht einen knechtischen Geist empfangen hätte, sondern den Kindschaftsgeist, somit bestehe eine distanzfreie Nähe zu Gott. Dann leitete er zur Feier des Heiligen Abendmahls über. Nun sei Buße, Reue und Selbsterkenntnis erforderlich, und Vergebungsbereitschaft sei unverzichtbar. Er habe Menschen kennen gelernt, die wenig Fehler machten, aber sich auch nichts sage ließen – es sei besser, nicht zu den Unbelehrbaren zu gehören.
hp