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Bist Du ein von Gott Angetriebener?Mittwoch, 28.05.2008

Uchte.  Am Donnerstag, 15.05.2008, diente Bischof Michael Eberle den Geschwistern aus Huddestorf und Uchte in der Gemeinde Uchte mit dem Textwort aus Römer 8, Vers 14:

 

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.


Der Bischof begrüßte alle Gottesdienstteilnehmer ganz herzlich und wies darauf hin, dass jeder einzelne in der Vergangenheit unterschiedliche Verhältnisse durchlebt habe und nun aber alle aus diesen Verhältnissen zusammen gekommen sind, um wieder neue Kraft für die kommende Zeit zu tanken.

Bischof Eberle sprach davon, dass ihm beim Betreten des Kirchenraums ein Wort eingefallen sei, dass er jedem einzelnen als Trost in die Seele legen möchte:

„Der Herr wird für Euch streiten und Ihr werdet stille sein.“

Damit sei nicht gemeint, dass man nichts mehr sagen solle, so der Bischof. Mit diesem Satz soll ausgedrückt werden, dass die Hilfe des Herrn alles verändert und das Weinen und Klagen aufhören wird.

Als das Volk Israel den Weg durch die Wüste fast vollendet hatte, hat Mose noch einmal zurückgeschaut und dem Volk einen ganz bedeutenden Satz gesagt:

Hat er Euch nicht getragen, wie ein Vater seinen Sohn trägt.

Gott hat dafür gesorgt, dass alles Weinen enden muss. „So dürfen wir den Herrn erleben und das ist Trost“, so Bischof Eberle.

Der Heilige Geist erinnert uns an die Hilfe des Herrn und wir dürfen uns geborgen fühlen in der Liebe unseres Vaters. Zuversicht soll in unsere Seelen fließen, wir sollen still sein und haben die Gewissheit, dass der Herr uns trägt, wenn es erforderlich ist.

Der Bischof wies darauf hin, dass wir uns in der Nachpfingstzeit befinden und diese auch heute Abend erleben möchten, auch im Brotbrechen und auf der Basis der Lehre des Apostelamtes. Wir haben bereits viel Erfahrung mit dem Herrn und seiner Tröstung machen dürfen. Den Christen, denen damals das Wort zugetragen wurde, entstand ein neues Heilsgut. Uns ist dieses bereits bekannt.

Was treibt dich an?
Etwas von der Dreieinigkeit soll auch in uns wohnen. Wir wollen die Akzentuierung auf den Antrieb setzen. Der Heilige Geist ist die Voraussetzung für die Gotteskindschaft, aber man muss auch vom Heiligen Geist getrieben werden. Bischof Eberle stellte die Frage „Was ist Antrieb in unserem Leben?“ Im natürlichen Leben wird man z. B. durch das Geldverdienen angetrieben und steht somit jeden Morgen auf und geht seiner Arbeit nach.

Aber ist es auch der Geist Gottes, der die treibende Rolle in unserem Leben hat? Dabei geht es nicht darum, dass wir getrieben oder gehetzt werden. Es geht um den Antrieb und die Antriebskraft soll der Geist Gottes sein.

Der Bischof erzählte, dass er einen Hirten im Ruhestand besucht habe. Dieser hatte während seines Arbeitslebens einen Partner, der zu ihm sagte, dass er von ihm gelernt habe, auf eine ganz besondere Weise zum Ziel zu kommen. War dort in dieser Firma z.B. eine Forderung offen, hat der Hirte zunächst durch ein Gespräch oder durch ein Telefonat versucht, beim Schuldner zu erfragen, was denn wohl die Gründe für die noch nicht bezahlte Forderung seien und hat ihm nicht gleich das „Messer an die Brust“ gesetzt oder gleich „harte Geschütze“ aufgefahren.

Wie handelst du?
So wollen auch wir versuchen, zu handeln. Wie sieht es denn z.B. aus, wenn unterschiedliche Sichtweisen da sind? Wie gehen wir mit solch einer Situation um und vor allen Dingen, wie gehen wir in so einer Situation miteinander um? Man muss sich immer vor Augen halten, dass Bruder und Schwester das gleiche Ziel haben wie Du und ich und sie mit dem gleichen Recht ausgestattet sind wie wir.

Der Heilige Geist soll auch da immer unser Antrieb sein, denn der Heilige Geist ist ein Geist des Verständnisses und kein richtender oder wertender Geist. Der Heilige Geist lässt die Mitmenschen unbeschädigt und fügt ihnen nicht noch absichtlich oder wissentlich einen Schaden zu. Oft hat man vielleicht schon etwas gesagt, dass man gerne wieder zurückgenommen hätte, weil es den anderen verletzt hat. Aber das geht leider nicht. Was gesagt ist, ist gesagt. Wenn man den Heiligen Geist wirken lässt, kann so etwas nicht passieren.

Bist Du ein von Gott Angetriebener? Wird das sichtbar in unseren Gemeinden und können auch wir erkennen, dass es so ist? Wir wollen darauf achten, dass viel Verbindendes zwischen uns ist und dass wir den Heiligen Geist in jedem Gottesdienst erleben und der „Funke“ auf uns überspringt. Denn das ist Wirken des Heiligen Geistes.

In Römer 8, Vers 15 wird das Wesen des Heiligen Geistes genauer beschrieben. Der Heilige Geist ist kein knechtischer, sondern ein Kindschaftsgeist, Er führt zum Vater hin, führt zu intensiver Gemeinschaft im Glauben und treibt zu Taten des Glaubens an.

Taten des Glaubens sind:

  • das Gebet
  • das Opfer
  • das Willensopfer
  • der Wunsch, sich zu ändern.

Der Heilige Geist treibt zu Taten der Liebe an:

  • vorurteilsfreies Helfen
  • aufeinander zugehen

Der Heilige Geist treibt zur Aussaat auf Hoffnung an.

Tun und Handeln aus dem Heiligen Geist heraus bedeutet aussäen. Vereinen sich Glaube und Liebe in unserem Handeln darin? Wir wollen immer Raum für den Heiligen Geist haben, denn er treibt uns zu einer Einheit an. Vielleicht muss man manches Mal auch die Antriebsart wechseln, damit man die Güte und Größe Gottes erlebt.

Bezirksevangelist Jürgen Meyer wies in seinem Mitdienen darauf hin, dass wir in der Nachlese des vergangenen Pfingstfestes stehen.

Er machte darauf aufmerksam dass jetzt im Mai alles grünt und blüht, die Sonne scheint und es schön warm ist. Dieses sei eine Energie, die der liebe Gott in die Schöpfung hineingelegt habe. Es entwickelt sich etwas, weil Licht, Wärme und Wasser da ist und eines Tages erwachsen auch Früchte daraus.

Das ist mit dem Heiligen Geist auch so. Die Gemeinschaft ist ganz wichtig und er stellte die Frage, ob es uns zum Altar das Herrn zieht? Denn dort ist das Licht aus dem Wort Gottes und daraus erwächst uns Erkenntnis und Weisheit, damit wir sehen können, was gut und böse ist und was man tun oder besser lassen sollte. Wir wollen die Gegenwart nutzen und durch den Heiligen Geist in unserer Entwicklung weiterkommen. „Wir wollen mit Gott nicht nur eine gute Verbindung haben, sondern wollen uns weiterentwickeln, auch in der Gemeinschaft. Da wollen wir uns hineintreiben lassen“, so der Bezirksevangelist.

Sein Geist gibt Zeugnis unserem Geist und er teilt uns mit, was man am Thron Gottes sehen kann. Wir wollen uns zu Gutem hintreiben und uns in der Gotteskindschaft weiterentwickeln lassen, um würdig zu werden.

Bezirksälteste Raimund Knoll sprach davon, dass man den Antrieb auch als Motivator bezeichnet und es ganz verschiedene Antriebe gibt. So gibt es z.B. den Antrieb „Angst vor Strafe“. Der Bezirksälteste Knoll wies darauf hin, dass das der schlechteste Antrieb ist. Eine andere Motivation sei die Belohnung. Aber was ist, wenn die Belohnung einmal ausbleibt? Großartig ist es, wenn man etwas aus Liebe an der Sache tut. Das ist die größte Motivation. Wir wollen aus der Liebe heraus füreinander beten und liebevoll miteinander umgehen.

Er ging noch einmal auf das Wort ein „Hat er Euch nicht getragen, wie ein Vater seinen Sohn trägt“ und verdeutlichte, dass der Vater das Kind immer an die Situation angepasst trägt. Soll das Kind etwas sehen, dann nimmt er es auf die Schulter, damit das Kind weit sehen kann und das Ziel nicht aus den Augen verliert. Ein Kind das krank ist, trägt der Vater dorthin, wo Heilung ist und ein Kind das sich fürchtet, schmiegt sich an den Vater an. Der liebe Gott macht es auch so mit uns und er drückt uns an sein Herz. So wollen auch wir untereinander miteinander umgehen.

Bischof Eberle wies in Bezug auf das Heilige Abendmahl darauf hin, dass wir das Handeln Gottes jetzt vor unseren Augen haben und nichts einer anderen Seele gegenüber aufrechnen wollen. Jetzt soll der Kindschaftsgeist aktiv werden und wir wollen ganz bewusst auf Bruder und Schwester zugehen. Wir wollen selbst genießen und davon abgeben, damit uns Antrieb wird und aus diesem Antrieb bekommen wir Segen und Frieden.


Text: mm/khb          Fotos: dm

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