Berichte

Bist Du schon im "Trachtenverein"? Es lohnt sich! Donnerstag, 12.05.2011

Stolzenau. Am Mittwoch, 11. Mai.2011, hielt Bischof Michael Eberle in der Gemeinde Stolzenau einen Gottesdienst, zu dem auch die Gemeinde Uchte eingeladen war. Als Grundlage für diesen Gottesdienst wählte der Bischof das Textwort aus Matthäus 6, Vers 33: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.


Zu Beginn des Gottesdienstes sang der Chor das Lied aus der Chormappe Nr. 280 "Heb' Pilger hoch dein Haupt empor, dir tagt freudenvoll der Morgen". Auf dieses Lied ging der Bischof zunächst ein und bezeichnete es als "Mutmacher-Lied" für alle, die viel Sorge und Leid zu durchleben haben. Denn es heißt weiter in dem Lied "Mut! Harre auf den Morgen!" Ganz egal wie schwer das Kreuz auch ist, das jeder einzelne zu tragen hat - es bleibt nicht so! Habe Mut und vertraue auf Gott! Er ist mit Dir!

Dann ging er auf das Textwort aus Matthäus 6, Vers 33, ein und erklärte, dass er dieses Wort einmal in seiner ganzen Tiefe ausleuchten möchte. Wenn es dort heißt "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen" dann macht dieses Wort deutlich, dass wir unseren Schwerpunkt im Leben auf das Wesentliche richten, uns mit ganzem Herzen zu Gott halten und ihn in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen wollen. Das bedeutet auch, dass wir uns dem Willen Gottes zuwenden.

Was ist das Reich Gottes? Der Bischof wies darauf hin, dass es das gegenwärtige Reich Gottes gibt, aber auch das zukünftige Reich Gottes. Im Reich Gottes gibt es Frieden, Freude und Gerechtigkeit. Trachten wir nach einem solchen Reich? In der Praxis bedeutet das, dass wir uns bemühen wollen, Frieden in uns zu tragen, der uns gelassen macht. Wir wollen auch nicht über andere urteilen, schlecht über unseren Nächsten sprechen oder rechthaberisch sein. Das alles sind Punkte, die sich hier im gegenwärtigen Reich Gottes entwickeln sollen, damit sie dann im zukünftigen Reich Gottes vorhanden sind.

Bischof Eberle führte dann 7 Gleichnisse aus der Bibel an, in denen die Voraussetzungen, die wir für das zukünftige Reich Gottes mitbringen sollen, enthalten sind.

1) Vierfaches Ackerfeld (Matth. 13, Vers 3 - 9)

In dem Gleichnis des vierfachen Ackerfeldes fiel ein Teil des vom Sämann gesäten Samens unter die Dornen. Wir wollen darauf achten, dass uns dies nicht passiert, denn anderenfalls kann der Same Gottes nicht aufgehen. Wir wollen gutes Land sein, auf das Wort Gottes hören und Früchte tragen! Das ist Voraussetzung für das zukünftige Reich.

 2) Unkraut unter dem Weizen (Matth. 13, Vers 24 - 30)

Es gibt ein Unkraut namens "Taumel-Lolch". Dieses Unkraut sieht aus wie Weizen und man erkennt erst in der Reife, dass es Unkraut ist. Es muss reifen, was der Herr reifen lassen will!

3) Senfkorn (Matth. 13, Vers 31 - 32)

Das Senfkorn ist das kleinste Korn, aber Jesus sagt "Wenn Ihr Glauben hättet, wie ein Senfkorn, könntet Ihr Berge versetzen". Ein starker, sich entwickelnder Glaube ist wichtig!

4) Sauerteig (Matth. 13, Vers 33)

Sauerteig hat die Eigenschaft, alles zu durchdringen. Wir wollen von der Liebe Christi durchdrungen sein!

5) + 6) Der Schatz im Acker und die kostbare Perle  (Matth. 13, Vers 44 - 46)

In diesen Gleichnissen verkauft ein Mensch alles, was er hat, nur um an diese Kostbarkeiten zu kommen. Wir wollen Prioritäten setzen und Gott in unserem Leben an die erste Stelle stellen!

7) Vom Fischnetz (Matth. 13, Vers 47 -50)

In diesem Gleichnis werden die guten Fische in Gefäße gesammelt und die schlechten Fische weggeworfen. Wir wollen uns bemühen, dass wir zu den vor Gott gerecht gemachten gehören.

Bischof Eberle wies auch noch auf einen ganz besonders wichtigen Punkt hin: Wir wollen nach völliger Vergebung trachten, frei von Schuld und Sünde werden, damit wir dann auch Handelnde sein können und das Reich Gottes mehr Gestalt annimmt. Wo man sich der Gnade Gottes zuwendet und zuerst seine Fehler und Schwachheiten sieht, wächst der Tempel Gottes im Herzen.

Evangelist Rolf Maschmeier, Vorsteher der Gemeinde Minden-West, unterstrich noch einmal die drei Punkte, die das gegenwärtige Reich Gottes ausmachen: Friede, Freude, Gerechtigkeit. 

Wir wollen den Frieden des Auferstandenen in uns tragen, freudig unseren Lebens- und Glaubensweg gehen und uns nicht sorgen, denn Gott ist gerecht und möchte allen Menschen die Möglichkeit geben, sich zu ihm hinzuwenden und bei ihm zu sein. Auch wir wollen uns bemühen, gerecht im Umgang mit unserem Nächsten zu sein, denn oft sieht man den Splitter im Auge des anderen und erkennt nicht den Balken, den man selbst vor sich herträgt.

Bezirksältester Raimund Knoll ging noch einmal auf das "Mutmacher-Lied" der Sänger zu Anfang des Gottesdienstes ein und machte deutlich, dass sich niemand auf einem Alleingang befindet, sondern dass wir zusammen diesen Weg gehen und einer dem anderen unterstützend unter die Arme greift.

Der Älteste sprach auch davon, dass unsere Dankbarkeit Gott gegenüber und sein Wirken und Walten an uns unsere Beziehung zu Gott ausmacht. Wir machen also "Beziehungspflege", wenn wir in den Gottesdienst gehen. Es ist dann ein Geben und Nehmen. Wir kommen mit Fragen und er beantwortet uns diese. Wir wollen in diese Beziehung investieren. Dadurch erleben wir seine Liebe und können eine erfüllte Beziehung erleben - und das zukünftige Reich Gottes!

mm/dm