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Jüngste Gemeinde in NRW: Gemeinde Porta WestfalicaDienstag, 03.01.2012

Porta Westfalica. Apostel Walter Schorr hob bildlich gesprochen am Neujahrstag um ca.11:30 Uhr die neue Gemeinde Porta Westfalica aus der Taufe. Das war natürlich ein freudiges Ereignis. Traurig aber war der Abschied von den Gemeinden Hausberge, Veltheim und Vennebeck, die zu der neuen Gemeinde zusammengeschlossen wurden - manche Träne war zu sehen, aber auch viel Liebe, guter Wille und Einsicht. Jede Gemeinde solle nun ihren Schatz in die neue Gemeinde mitbringen, die lebendigen Erinnerungen an besondere Erlebnisse in den Gottesdiensten seien Goldkörner, so der Apostel, so sei schon jetzt in der noch jungen Gemeinde ein großer Reichtum vorhanden.


Das Bibelwort für den Jahresanfang stammt aus dem Propheten Micha: "Ich aber will auf den Herrn schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören." (Micha 7, 7)

Nicht warten; handeln!

Zu Anfang verlas der Apostel ein Rundschreiben des Bezirksapostels mit guten Wünschen für 2012 und dem Rat, zu handeln bis der Herr kommt. Der Apostel schloss sich an mit seinen guten Wünschen - sein besonderer Wunsch für die Gemeinde sei einem der Wünsche für den Stammapostel zum Jahreswechsel entnommen: dass jeder Einzelne umgeben sei von denen, die ihn lieben und dass jeder gesegnet sei von dem, der ihn liebe, dem allmächtigen Gott. Dann sagte er, dass es in der heutigen Zeit viele innere Spannungen gäbe, er wolle nun zunächst den Frieden in alle Seelen legen, einen Frieden, der sich wohltuend und raumgreifend in jeder Seele entfalte.

Zusammenwachsen und zusammen wachsen

Dann ging der Apostel auf den Zusammenschluss ein und sagte, dass ohne den Willen Gottes die Gemeinden nicht vereinigt worden wären - nirgendwo habe man eine rote Ampel entdecken können. Nun gäbe es keine Verlierer oder Gewinner, sondern eine neue Einheit die zusammenwachsen und zusammen wachsen solle. Der Schlüssel sei, wie Clemens Brentano es formuliert habe: "Nur die Liebe erschließt dir das Geheimnis, wenn du Andere beschenkst wirst du selber reich." Er wolle auch die Seelen im Jenseits mit einbeziehen, die ehemaligen Brüder hätten auch nur gefragt, wie sie mit der Hilfe Gottes den Geschwistern dienen könnten. Er wünschte der Gemeinde eine gesegnete Zeit und dass jeder sagen könne: "Es ist schön, warm und lieblich in unserer Gemeinde." Dann sprach der Apostel das Zusammenschließungsgebet und hieß alle Geschwister in der neuen Gemeinde herzlich willkommen -  gemeinsam sang man das Lied "Mit dem Herrn fang alles an"(Gesangbuch Nr. 32).

Gott, eine stabile Größe

Im Hinblick auf die unruhigen Zeiten sagte der Apostel, dass auch für das Jahr 2012 Gott Stabilität biete und in seiner Größe, Allmacht, Majestät, Liebe und Güte eine Konstante in unserem Leben sei. Auch in 2012 sei die Tür zum Herzen Gottes nur angelehnt, mit einem Gebet könne sie jederzeit geöffnet werden. Im Psalm 34, 6 heiße es: "Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude." In dem Auf und Ab in unserem Leben müsse man sich dieses Strahlen immer wieder erkämpfen, manche Nebel durchdringen, sich nach vorn wenden, zu Gott, nicht rückwärts zur Dunkelheit. Manchmal sei man mit seinem Verstandeslatein am Ende, dann solle man sich fragen, wie der Herr entscheiden würde. Manchmal brauche es viel Geduld, bis man klar sehe und  einen Impuls von oben bekomme.

Als Elieser sich mit seiner Aufgabe überfordert gefühlt habe, eine Braut auszusuchen, habe er den Blick nach oben gewandt und so die richtige, segensreiche Entscheidung treffen können. Die drei Männer im Feuerofen hätten nach oben geschaut, bereit für alles, was Gott ihnen zugedacht hatte. Auch heute noch würden viele Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und sogar getötet. Wenn man sich einmal dafür entschieden habe, den Weg von A nach B zu gehen, dann tue man das, auch wenn es anstrengend sei oder weh tue. Er habe 2011 viel Leid und Trauer gesehen, aber auch er könne nicht immer eine befriedigende Antwort geben oder finden. Der Herr habe zu Petrus bei der Fußwaschung gesagt: "Was ich jetzt tue, das verstehst du nicht, aber hernach wirst du es erfahren." Wann dieses "hernach" für dich und mich beginnt, diese Freiheit muß man Gott überlassen, dass er am Schluss alles Heil machen kann.

Grußwort des alten, neuen Vorstehers

Priester Michael Bartke, Vorsteher der neuen Gemeinde, sagte, dass er noch nie eine Gemeindeneugründung erlebt habe - die Gemeinde Porta Westfalica sei nun die jüngste Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Etwas mulmig sei ihm schon manchmal zumute bei den neuen Aufgaben, aber dann denke er, das sind doch alles meine Brüder und Schwestern, was kann da schon passieren.

Gemeinsam

Bezirksvorsteher Raimund Knoll freute sich zunächst über die Größe des neuen Gemischten Chores und das gesungene Lied "Der Herr ist mein Hirte" (Chormappe 54). Gottes Planung und Führung zeige sich oft erst viel später. Die Erfüllung von Abrahams Verheißung habe lange auf sich warten lassen, was Abraham in der Ewigkeit wohl gedacht habe, als Jesus geboren wurde.

Der neuen Gemeinde riet er die Vergangenheit des Anderen Wert zu schätzen, damit die Freude in die neue Gemeinde einziehen könne. Neulich habe er mit Schrecken gelesen, dass in unserer Gesellschaft nur noch selten gebetet werde, solchen aktuellen Trends müsse man sich widersetzen. So auch dem Trend, nicht zuständig zu sein - die neue Gemeinde brauche Menschen, die sagen: "Ich aber will Verantwortung übernehmen!"

Bestätigung der Amtsträger für die neue Gemeinde

Der Apostel freute sich über den Mut und die Zuversicht des neuen Vorstehers und bat dann alle Amtsträger an den Altar, um sie für die neue Gemeinde zu bestätigen. Die vielen Brüder fanden kaum Platz vor dem Altar, worauf der Apostel meinte, dass ihm dieses "muntere Gedränge" sehr gefalle. Priester Michael Bartke wurde zum Vorsteher für die neue Gemeinde beauftragt, Priester Volker Pape zum stellvertretenden Vorsteher, Evangelist Peter Bornemann soll zukünftig die Brüder der Gemeinde Minden-Mitte unterstützen. Allen Brüdern wünschte der Apostel Einssein, viel Segen und göttliche Kraft. Mit bewegten Seelen sangen Chor und Gemeinde zum Schluss gemeinsam das Lied "Der Herr ist mein Licht".

Neue Gemeinde Porta Westfalica
Profanierung Gemeinde Veltheim 

HP/DS