75 Jahre Kirche am Straußweg – das bedeutet 75 Jahre Gottesdienste, Gebete, Segenshandlungen und Begegnungen. Im Jubiläumsgottesdienst wurde deutlich, wie eng die Geschichte des Gotteshauses mit den Lebensgeschichten vieler Menschen verbunden ist. Ein geistlicher Rundgang durch 75 Jahre neuapostolische Kirchengeschichte in Bückeburg.
„Und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus.“ Dieses Bibelwort aus Hesekiel 43,5, das mit dem Apostel abgestimmt war, gab dem Gottesdienst zum 75-jährigen Bestehen einen besonderen Rahmen. Der Gemeindevorsteher, Evangelist Ralph Seeger führte den Gottesdienst am Mittwochabend, den 16. September 2026 durch, zu dem auch die Gemeinde Bad Eilsen eingeladen war.
Bereits das Eingangslied „Herr, ich hab lieb die Stätte deines Hauses“ lenkte den Blick auf die vergangenen Jahrzehnte. Viele Christen haben in diesem Gotteshaus besondere Momente erlebt – bei Gottesdiensten und Segenshandlungen, in Zeiten der Freude ebenso wie in persönlichen schweren Stunden.
Geistlicher Rundgang durch 75 Jahre Kirchengeschichte
In der Predigt lud Evangelist Seeger die Gemeinde zu einer besonderen Reise ein. Die Räume der Kirche wurden dabei zu Bildern für die vielfältigen Erfahrungen, die die Gläubigen hier über Jahrzehnte gemacht haben.
Da ist das Zimmer des Friedens, ein Ort des Ankommens, und der Raum der Stille, der Gelegenheit zu Gebet und Sammlung bietet. Der Saal des Segens erinnert an zahlreiche Segenshandlungen über Generationen hinweg. Die Ecke der Freude steht für Musik, Feste und Kinderlachen.
Weitere „Räume“ erzählen von besonderen Lebenssituationen: Der Raum des Vergebens steht für Sündenvergebung und Neuanfang, der Ort der Wunder für Gebetserhörungen und persönliche Wendepunkte. Der Bereich der Gemeinschaft erinnert an Begegnungen und Zusammenhalt, während das Zimmer des Trostes für die Erfahrung von Gottes Nähe in schweren Zeiten steht. Die Ecke der Besinnung schließlich bietet Raum für Orientierung und Stärkung.
So spiegeln die einzelnen „Räume“ die vielfältigen Erfahrungen wider, die Menschen mit diesem Gotteshaus verbinden: Frieden, Trost, Freude, Gemeinschaft und Gottes Nähe.
Auch die Geschichte der Kirche fand im Gottesdienst ihren Platz. Der Vorsteher erinnerte an die Einweihung im Jahr 1951. Damals bezeichnete Bezirksapostel Walter Schmidt die Kirche als „Sprechzimmer des Arztes“. Dieses Bild verdeutlicht, was die Kirche für viele Gläubige sein kann: ein Ort, an dem man jederzeit willkommen ist und keinen Termin braucht. Ein Ort, an dem Gott da ist – damals, heute und auch in Zukunft.
Von Herrlichkeit zu Herzlichkeit
Priester Harald Fettin ergänzte in einer Co-Predigt einen besonderen Gedanken: Ändert man im Wort „Herrlichkeit“ nur einen Buchstaben, entsteht „Herzlichkeit“. Damit wurde ein weiterer Aspekt des Jubiläums deutlich. Gottes Nähe wird nicht nur als etwas Erhabenes erfahren, sondern auch als warm, zugewandt und persönlich.
Nach der Sündenfreisprache feierte die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Mit Gebet und Segen endete der Gottesdienst. Anschließend erfüllte das Chorlied „Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil!“ den Kirchenraum. Der gemeinsame Gesang wurde zu einem weiteren besonderen Moment des Jubiläumsgottesdienstes.
Zum Abschluss versammelte sich die Gemeinde zu einem gemeinsamen Geburtstagsfoto. Danach klang der festliche Abend bei einem Buffet und zahlreichen Gesprächen in geselliger Runde aus.
Zwei weitere Geburtstage
Nicht nur die Kirche hatte an diesem Tag Grund zum Feiern. Zwei Glaubensschwestern hatten ebenfalls ihren Ehrentag. Beide erhielten ein Ständchen und zahlreiche herzliche Glückwünsche aus der großen Gemeinde.
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